Friesoythe /Mumbai Zwölf Stunden habe die Reise nach Mumbai gedauert, sagt der Chiropraktiker Sharaf Beitar und zeigt auf einer Weltkarte im Behandlungszimmer seiner Praxis in Friesoythe auf die indische Millionen-Stadt. Dort kamen vom 25. bis zum 27. Januar rund 1,5 Millionen Menschen aus ganz Indien zusammen, um an einer Veranstaltung der spirituellen Bewegung Nirankari Mission teilzunehmen. Zweimal im Jahr findet sie statt, einmal in Mumbai, einmal in Deli. Beitar war als Chiropraktor nun in Mumbai, um kranken Menschen zu helfen – er flog ehrenamtlich nach Indien.

Drei Tage lang konnten die Besucher die Vorträge der Nirankari Mission anhören. Dabei sei es um die Mission selbst gegangen, Thema sei auch die Gesundheit gewesen, berichtet Beitar. Physiotherapeuten, Zahnärzte und Allgemeinmediziner – überwiegend Inder – seien vor Ort gewesen, um ihre Hilfe anzubieten. Sharaf Beitar bewarb sich bei der Hilfsorganisation Life Chiropractic College West aus Kalifornien und arbeitete mit einem internationalen Team von 60 Chiropraktoren und Studenten zusammen. „Chiropraktik wird in Indien immer stärker nachgefragt“, sagt der 45-Jährige.

Amerik. Chiropraktik

Sharaf Beitar bezeichnet sich als Chiropraktor. Dafür muss man an einer Universität studiert haben. Die Aufgabe der von Beitar praktizierten „vitalistischen amerikanischen Chiropraktik“ sei es, „die Verbindung zwischen Gehirn und Körper wieder herzustellen, indem Druck vom Nervensystem genommen wird. Es werden Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert“.

Das Gelände habe sich über eine Fläche von etwa vier Fußballfeldern erstreckt, erzählt der Familienvater. Jede Menge Zelte seien aufgebaut gewesen. Viele Besucher seien über Nacht geblieben. Die Veranstaltung sei für alle offen gewesen und es habe zu essen gegeben – alles finanziert von der Nirankari Mission. Die Behandlungen waren aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit kostenfrei.

Zwei Dolmetscher standen dem Friesoyther Helfer zur Seite. Morgens um 9 Uhr ging die Arbeit los, erst gegen 23 Uhr seien die Chiropraktoren zurück im Hotel gewesen. Mehr als 300 Patienten behandelte Beitar täglich, darunter viele behinderte Kinder, berichtet er. Er habe auch viele Wunder gesehen. „Das hat mich emotional sehr bewegt.“ Insgesamt sollen rund 100 000 freiwillige Helfer bei der Mission mitgemacht haben, als Dolmetscher, Köche oder Zuständige für den Verkehr.

„Ich würde auf jeden Fall noch einmal hinfahren“, sagt der Friesoyther. „Ich habe so viel Dankbarkeit gespürt. Es war das stärkste Erlebnis, das ich je in der Chiropraktik erlebt habe.“ Besonders beeindruckt haben ihn das Land mit den vielen Farben, die intensiven Gerüche und die friedlichen Menschen.

Drei weitere Tage verbrachte er in Mumbai, lernte die Stadt kennen, besichtigte Sehenswürdigkeiten und nahm auf diese Weise viele positive Eindrücke mit nach Hause.

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Nina Janssen Volontärin, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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