Oldenburg Die Knochen des Skelettsystems bilden zusammen mit den Muskeln und Bändern von den Zehen bis zum Schädel das Körpergerüst des Menschen. Sie schützen die inneren Organe im Becken-, Brust und Kopfbereich und bestehen zu knapp 50 Prozent aus anorganischen Material wie Kalziumphospat sowie zu je 25 Prozent aus Bindegewebe und Wasser. Ein gesunder ausgewachsener Knochen ist sehr stabil und hält enorme Kräfte aus. So kann etwa der Oberschenkelknochen rund 1,5 Tonnen tragen.

Für Knochenverletzungen gibt es unterschiedliche Ursachen. Auf Grund ihrer Substanz sind Knochen anfällig für Brüche, die durch plötzliche große Gewalteinwirkungen wie bei einem Fahrradsturz oder einem Zweikampf im Sport verursacht werden. Meistens entsteht ein Knochentrauma durch einen Schlag, Stoß, Sturz oder bei einem Unfall. Je nach Krafteinwirkung kann es zu einem Riss oder zum Zerbrechen kommen. In schweren Fällen zersplittert der Knochen und/oder es kommt zu einer Verschiebung der Bruchstücke.

Oft ein feiner Haarriss

In Folge dauernder Überlastung kann darüber hinaus ein auch als Stressfraktur bezeichneter Ermüdungsbruch entstehen. Anders als ein klassischer Knochenbruch entsteht diese Verletzung nicht durch ein einzelnes traumatisches Ereignis, sondern durch eine andauernde mechanische Belastung. Eine Stressfraktur bleibt mitunter zunächst unerkannt, erklärt Dr. Bernd Möhring, Chefarzt der Orthopädie/Traumatologie im Reha-Zentrum Oldenburg: „Oft handelt es sich um einen feinen Haarriss im Knochen„ der sich mit Schmerzen und Einschränkungen der Leistungsfähigkeit bemerkbar macht, aber nicht zu einem kompletten Funktionsverlust führt.“

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Die unteren Gliedmaßen – insbesondere das Wadenbein und der Mittelfußknochen – sind besonders häufig von einer Stressfraktur betroffen. Die Verletzung wurde erstmals 1855 bei Soldaten beschrieben, die lange und anstrengende Fußmärsche hinter sich hatten. Heute leben vor allem sportlich ambitionierte sowie körperlich hart arbeitende Menschen mit einem erhöhten Risiko. Das Gleiche gilt in allen Skelettbereichen für Osteoporose-Patienten, bei denen die Erkrankung zu einer Verringerung der Knochendichte und damit der Belastbarkeit führt, betont Dr. Möhring: „Dadurch erhöht sich die Gefahr für einen Ermüdungsbruch und weitere Schädigungen der Knochen.“

Schwellung möglich

Richtig ausgebildete und stoffwechselgesunde Knochen kommen selbst mit größeren Anforderungen gut zurecht. Dauerhaft zu hohe Beanspruchungen können aber auch eigentlich gesunde Knochen überbelasten. Typisches Anzeichen für einen Ermüdungsbruch ist ein überraschend auftretender Schmerz bei oder nach körperlich fordernden Tätigkeiten, der sich unter einer erneuten Belastung verstärkt und in benachbarte Regionen ausstrahlen kann. Zusätzlich stellt sich an der betroffenen Stelle eine Schwellung ein. Wenn die Probleme länger als drei Tage anhalten oder auch nach weniger intensiven körperlichen Belastungen immer wieder auftreten, sollte die Ursache durch einen Arzt abgeklärt werden.

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