Brake Die moderne Anästhesie ist gerade einmal 150 Jahre alt. Als ein US-amerikanischer Zahnarzt im Jahr 1846 erstmals einen Patienten in Narkose versetzte, um ihn zu behandeln, sei ein bedeutender Grundstein gelegt worden, merkte Dr. Stefan Hübner an.

Über die Geschichte der Anästhesie, welche Möglichkeiten sie bietet und wie sie funktioniert, erläuterte er bei einem Vortrag in Wiechmanns Weserhotel. Der Chefarzt für Anästhesie, perioperative Schmerztherapie sowie Palliativ- und Intensivmedizin am Braker St.-Bernhard-Hospital berichtete, dass vor allem die USA und England federführend waren bei dieser modernen Form der Schmerztherapie.

In Deutschland dauerte es nach den Worten von Stefan Hübner etwas länger, ehe sich die moderne Form der Narkose durchsetzte. Einen entscheidenden Durchbruch brachten die Weltkriege, bei denen die verwundeten Soldaten so schnell wie möglich gesund gepflegt wurden, um wieder an die Front geschickt werden zu können. Vorreiter waren die USA und Großbritannien. „Erst im Jahr 1942 wurde die deutsche Narkosegesellschaft gegründet“, so Stefan Hübner.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gaben die Alliierten ihr Wissen an die Besiegten weiter. „Aber erst in den 50er Jahren gab es den Facharzt für Anästhesie in Deutschland“, betonte Stefan Hübner. Es dauerte dann bis 1961, ehe der Berufsverband Deutscher Anästhesisten gegründet wurde.

Danach erläuterte der Mediziner unterschiedliche Anästhesieverfahren und betonte, dass am St.-Bernhard-Hospital alle Narkoseverfahren, die es gibt, entsprechend dem Operationsverfahren angewendet würden. Und selbstverständlich würden diese Verfahren den Patienten vor einer Operation erklärt.

Bei einer OP werden die Patienten überwacht. So werden beispielsweise die Hirnströme gemessen, der Kreislauf, die Lungenfunktion, der Sauerstoffgehalt im Blut kontrolliert und auch registriert, wie tief ein Patient schläft. Das ist überaus wichtig. „Im Gegensatz zum Schlaf ist der Anästhesierte nicht weckbar“, so Stefan Hübner dazu.

Am Braker St.-Bernhard.-Hospital gibt es laut Stefan Hübner seit 2008 auch einen postoperativen Narkose-Fragebogen, den Patienten ausfüllen können. Alle erfassten Daten schlagen sich in einer Statistik nieder. Im Jahr 2015 wurden beispielsweise 3267 Narkosen am Braker Krankenhaus vorgenommen. Viele Patienten gaben danach ihre Bewertungen ab. So klagte zum Beispiel der eine oder andere über Hunger und Durst. Andere beklagten, dass sie gefroren hätten. Weil die Fragebögen regelmäßig ins System eingepflegt werden, um sofort reagieren zu können, konnte sogleich Abhilfe geschaffen werden. Jetzt ist eine Wärmedecke bei einer OP Standard.

Als sich vor fünf Jahren die Klagen über Halsschmerzen nach einer Operation häuften, wurde sogleich Abhilfe geschaffen. Es gab eine Produktumstellung, danach wurde ein anderes Beatmungsschlauch-Fabrikat verwendet. „Angst vor einer OP ist zwar der größte Posten bei den Umfragen. die meisten Patienten haben aber überhaupt keine Beanstandungen“, so der Mediziner, der regelmäßig die Statistiken auswertet. Nach seinen Worten wird alles daran gesetzt, den Patienten ihren Aufenthalt im St.-Bernhard-Hospital in einer schwierigen Phase so angenehm wie möglich zu machen.

Ulrich Schlüter Elsfleth / Redaktion Brake
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