Prof. Dr. Carl-Peter Criee (Bild) ist Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga.

FRAGE: Nimmt die Zahl der COPD-Erkrankungen zu?

CRIEE: Ja. In Deutschland sind schon heute 15 bis 20 Prozent der älteren Menschen betroffen. Wissenschaftliche Untersuchungen gehen davon aus, dass die Fallzahlen bis 2020 weiter ansteigen und COPD dann wahrscheinlich die Vierthäufigste zum Tode führende Erkrankung sein wird. Die Zunahme ist vor allem eine Folge der Rauchgewohnheiten. Da wir erst in den letzten Jahren größere Erfolge bei der Aufklärung über die gesundheitlichen Gefahren des Tabakkonsums haben, müssen wir wohl auch nach 2020 mit weiter zunehmenden Krankheitsfällen rechnen.

FRAGE: Korrespondiert COPD mit Lungenkrebs?

CRIEE: Man weiß, dass Patienten mit COPD deutlich häufiger an Lungenkrebs erkranken. Das ist nicht weiter verwunderlich. Denn wie beim Lungenkrebs ist in Deutschland das Rauchen die Hauptursache für das Entstehen von COPD. Neu sind Hinweise, dass es auch unabhängig vom Zigarettenkonsum einen Zusammenhang geben könnte. Die sind aber noch nicht wissenschaftlich gesichert.

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FRAGE: Was sind weitere Risikofaktoren?

CRIEE: Eine COPD-Erkrankung kann auch entstehen, wenn man etwa am Arbeitsplatz über einen längeren Zeitraum Umweltemissionen wie Stäuben oder Gasen ausgesetzt ist. In einigen asiatischen Ländern sind überdurchschnittlich viele Frauen betroffen. Der Grund ist, dass die Frauen viele Jahre lang täglich am offenen Feuer gekocht und dabei andauernd Stäube und Dämpfe eingeatmet haben. Nicht zuletzt gibt es auch eine gewisse genetische Disposition.

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