Bewegungen in alle Richtungen

Bild: Klaus Hilkmann
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Dr. Bernd Möhring (Bild) ist Chefarzt der Orthopädie im Reha-Zentrum Oldenburg.
Frage: Muss nach der OP einer primären Schultersteife sofort mit Physiotherapie begonnen werden?
Möhring: Ja, denn bei diesem Krankheitsbild geht es darum, die in ihrer Funktion eingeschränkte Schulter wieder beweglich zu machen. Durch die Operation werden Verklebungen und Verwachsungen der Kapseln gelöst. Diese bilden sich erneut, wenn man anschließend nicht sofort das wieder erreichte Bewegungsausmaß mit gezielten Übungen erhält. Ohne Physiotherapie würde die Beweglichkeit schnell wieder abnehmen.
Frage: Ist für die Behandlung besondere Erfahrung erforderlich?
Möhring: Die Schulter ist ein besonders komplexes und sensibles Gelenk. Bei der Behandlung sind Erfahrung und ein im wahrsten Sinne des Wortes feines Fingerspitzengefühl erforderlich. Das gilt zwar für alle Behandlungen – für die einer frisch operierten primären Schultersteife aber ganz besonders. Der Therapeut muss einerseits erreichen, dass eine möglichst große Beweglichkeit erzielt wird. Zugleich muss er aber darauf achten, dass nicht ständig in Schmerzen hinein therapiert wird, weil sich der Patient ansonsten instinktiv gegen entsprechende Bewegungen wehrt.
Frage: Wie sollte die Therapie aufgebaut sein?
Möhring: Insgesamt sollten die Bewegungen der Schulter möglichst sauber und nicht ausweichend ausgeführt werden. Wenn die zuvor verklebte Kapsel mittels einer OP wieder befreit wurde, sind im Prinzip sofort wieder Bewegungen in alle Richtungen möglich. Entsprechende Übungen sollten von Anfang an auf dem Plan stehen.
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