Eine Pause einlegen, sich an den Teich setzen und dann in Ruhe den vielen Tieren am und im Wasser zusehen, wie sie schwimmen, jagen, schlüpfen oder auf Partnersuche sind – das klingt für viele Gartenbesitzer verlockend. Und im Grunde genommen ist es auch gar nicht so schwer, sich eine kleine nasse Oase im grünen Wohnzimmer anzulegen. Etwas Gutes tut man damit ebenfalls. Denn es gibt eine enorme Anzahl von heimischen Tieren, denen man mit einem naturnahen Gartenteich das Leben erleichtert – wenn nicht sogar ermöglicht.

So gibt es viele Amphibien- und Insektenarten, die das Gewässer für bestimmte Etappen ihrer Entwicklung benötigen. Das wohl bekannteste Beispiel sind Kaulquappen, aus denen sich mit der Zeit wunderschöne Frösche entwickeln. „Das Wasser brauchen aber vor allem Insektenlarven als Lebensraum, die teilweise eine viel längere Zeit im Teich verbringen als im späteren, adulten Stadium in der Luft“, macht Martina Krömer vom Naturschutzbund Oldenburg (Nabu) deutlich.

Tierfreundliche Teiche anlegen

Kröten und Frösche sind äußerst beliebte Besucher der heimischen Wasseroase. Um für sie den Gartenteich besonders einladend zu gestalten, sollte man ihn beim Anlegen nicht tiefer als 50 Zentimeter ausheben. „So erwärmt sich das Wasser im Frühjahr rasch, und Laich kann sich schnell entwickeln“, erklärt die Nabu-Teichberaterin. In den norddeutschen, zumeist milden Wintern ist ihr zufolge die von den meisten Gartenbetrieben empfohlene Tiefe von 1,20 Metern nicht notwendig. „Will man den Fokus auf die Amphibien legen, sollte man außerdem keine wuchernden Teichpflanzen einsetzen und auch auf den Besatz mit Fischen verzichten“, sagt Martina Krömer. Der Gartenteich ist aber nicht nur Wohnraum für Insekten und Amphibien, er ist auch eine wichtige Trinkquelle und ein wahres Spa für zahlreiche kleine Säugetiere und Vögel. Sie kommen das ganze Jahr zum Baden und zur Gefiederpflege vorbeigeflogen. „Viele Wasser- aber auch Singvogelarten machen Station an heimischen Gartenteichen“, erzählt die Fachfrau – ob Meisen, Spatzen, Rotkehlchen, Spechte oder Tauben.

Besonders mit Blick auf den Sommer ist das Kleingewässer eine besonders gute Möglichkeit fürs Federvieh, sich abzukühlen. Bei der Wahl ihres natürlichen Badezimmers sind Vögel übrigens nicht wählerisch. Im Grunde genommen nutzen sie jedes Gewässer, wenn der Rand flach genug ist. Nachhelfen kann man, indem man beispielsweise einen großen flachen Stein in den nur wenigen Zentimeter tiefen Bereich der sogenannten Flachwasserzone seines Teiches legt, sodass er knapp über die Wasseroberfläche hinausragt. Damit schafft man einen designierten Trink- und Badebereich für die geflügelten Besucher.

Gartenteichbesitzer in Nordwestdeutschland können aber weitaus mehr Tiere im und am Wasser beobachten. „Zu entdecken gibt es unter anderem Strudelwürmer, Käfer, zahlreiche Arten von Hautflüglern – Bienen, Hummeln oder Wespen –, Schnecken, Teich- und Bergmolche, Spinnen und viele mehr“, zählt die Teichexpertin auf. Und wenn man sich für den Besatz mit Fischen entscheidet, dann natürlich auch diese.

Bunte Pflanzenwelt am Rand

Was den Teich zu einem wahren Herzstück des Gartens im wahrsten Sinne des Wortes heranwachsen lässt, sind die Pflanzen im und um das Gewässer herum. Wer einen Naturteich für den Garten wählt, der sollte grundsätzlich heimische Arten ansiedeln. „Um diese zu ermitteln, greift man am besten auf ein gutes Bestimmungsbuch zurück, wie zum Beispiel ‚Was lebt in Tümpel, Bach und Weiher‘. Zahlreiche in so einem Band aufgeführte Arten eignen sich für den heimischen Gartenteich – immer unter der Prämisse der jeweiligen Standortansprüche, erläutert Martina Krömer. Die Expertin rät im selben Zuge, von „exotischen Schönheiten“ besser Abstand nehmen zu nehmen „Diese sind zwar hübsch, erfüllen aber im Ökosystem Gartenteich im Vergleich zu heimischen Pflanzen kaum eine oder gar keine nennenswerte ökologische Funktion.“

Welche heimischen Pflanzen sinnvoll sind und welche wichtigen ökologischen Funktionen sie erfüllen, lässt sich allerdings nicht pauschal beantworten. „Das hängt immer von der Lage des Teichs, der Struktur des Ufers sowie von dem Profil des Teiches ab“, gibt Krömer zu bedenken. Einige Pflanzen – dabei vor allem Schilf und manchmal auch Seerosen – neigen zu üppiger Wüchsigkeit. „Das heißt, dass man sie gegebenenfalls regelmäßig reduzieren muss“, sagt die Expertin, um genug Licht für die Fotosynthese und darauf aufbauend vielfältige bzw. stabile Nahrungsnetze in den See zu bekommen. Anregungen und Anleitungen zur Planung eines Gartenteiches finden Interessierte beispielsweise im „NABU-Leitfaden Pflanzengesellschaften von Flachwassergartenteichen“.

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