„Eigentlich“, sagt Johanna Prinz, „sind wir nur halbe Gartenblogger - das aber mit ganzem Herzen.“ Seit 2014 bloggt die freiberufliche Autorin mit ihrer Kollegin Karolin Küntzel über „alles Mögliche aus der Natur“. Und das sind meistens Dinge, über die sie bei der Recherche für ihre Sachbücher stolpern: interessante Fakten und Studienergebnisse, faszinierende Tiere, Pflanzen, Steine oder Ozeane.

Ihren Blog haben die beiden daher auch nach einer Pflanze und einem Tier benannt – genauer gesagt nach dem Pilz Hallimasch, der rekordverdächtige Größen annehmen kann, und dem Mollymauk, dem Schwarzbrauen-Albatros. Das Thema Garten kam erst später und durch eine Reihe glücklicher Zufälle dazu: Ein Beitrag über Totholzhecken, der bei den Leser*innen gut ankam. Eine Einladung zu einem Gartenblogger-Treffen. Und ehe sie sich versahen, bloggten die beiden nicht mehr nur über Ameisenstraßen, sekundäre Pflanzenstoffe und die Frage, ob Schafe bei Regen schwerer werden. Auch Beiträge über Blut-Sauerampfer, bienenfreundliche Pflanzen und Winterschutz mit Folie, Jute, Vlies und Zelt kann man inzwischen auf Hallimasch & Mollymauk lesen.

Ganz unerfahren in Sachen Garten ist zumindest eine der Autorinnen nicht. „Ich bin mit Vogelnestern im Jalousiekasten und mehr oder minder verwilderten Gärten aufgewachsen“, sagt Karolin Küntzel. „Wo immer ein Fensterbrett oder ein Stück Erde war, habe ich was gepflanzt.“ Heute frönt sie ihrer Gartenleidenschaft in München. Ihre zwei Gärten und beiden Balkone bringen es insgesamt auf mehr als 520 Quadratmeter.

Die Größe ihrer grünen Oase in Lübeck schätzt Johanna Prinz auf sechs Quadratmeter. Dass dort nun Küchenkräuter, Wildtomaten und Erdbeeren gedeihen, erstaunt sie immer wieder: „Ich behaupte immer noch, dass ich eigentlich überhaupt keinen grünen Daumen habe.“

  Dass nun auch Gartenthemen in ihren Blog Einlass gefunden haben, ist für die beiden kein Problem. Garten und Natur ist für sie kein Widerspruch. „Natürlich sind unsere Balkone keine Wildblumenwiesen“, sagt Johanna Prinz, „aber ohne die Töpfe und Kästen gäbe es dort weniger Natur.“ In den Gärten von Karolin Küntzel wachsen nicht nur Obst und Gemüse, sondern auch Wildblumen. Selbst Brennnesseln haben eine Ecke, in der sie machen können, was sie wollen. „Im Garten leben viele Insekten, Weinbergschnecken und Eidechsen. In den Hecken am Hausgarten nisten viele Vögel und die Wildbienen nutzen die eigens für sie angelegten Hotels.“

Auch auf dem Lübecker Stadtbalkon sind Tiere zu Gast. Florfliegenkinder oder Amerikanische Zapfenwanzen, zum Beispiel, die dann auch gleich im Blog verewigt werden. Doch nicht immer sind die Besucher auch harmlos. Im vergangenen Jahr nisteten sich Wespen hinter der Balkonverschalung ein. Johanna Prinz ließ das Nest aber nicht entfernen, sondern kaufte stattdessen einen Insektenvorhang für die Balkontür. So konnte die promovierte Diplom-Biologin das Volk hautnah beobachten. Ein spannendes Erlebnis – dennoch ist sie froh, dass das Wespenjahr um ist: „Dieses Jahr sind die Wespen weitergezogen und ich komme wieder zu jeder Tageszeit an meine Töpfe.“

Ihre Gärten möchten die Bloggerinnen nicht mehr missen. „Das Überraschendste an der Gartenerfahrung ist: Es ist kein Hexenwerk, gar nicht so schwer und schmeckt super“, sind sich die beiden einig. „Wir lernen ständig dazu, probieren aus, behalten, was uns gut gefällt und verwerfen, was nicht funktioniert. Unsere Blogger-Kolleg*innen sind tolle Leute, zu denen man schnell einen Draht hat und die sehr freigebig mit guten Tipps sind.“

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