Rinkerode „Dass ich Gärtnerin werden wollte, war für mich schon früh klar“, beschreibt Barbara Gerlach ihre Liebe für den grünen Beruf, den sie immer wieder erlernen würde.

Die Gärtnermeisterin aus Rinkerode, Kreis Warendorf in Nordrhein-Westfalen, ist in einer Endverkaufsgärtnerei aufgewachsen: „Mitten in den Pflanzen bin ich groß geworden“, so die 60-Jährige und lacht. Nach der Ausbildung und Wanderjahren in Ostfriesland, Ammerland und Dänemark absolvierte sie 1983 die Meisterschule in Kassel. Barbara Gerlach hat sich als Einzelkämpferin auf den Bereich Gartengestaltung und Gartenberatung spezialisiert. „Ich arbeite mit meinen Kunden gemeinsam im Garten und mein Schwerpunkt ist die Pflanze.“

In einem exklussiven NWZ-Interview anlässlich der 1. GardenCon im Park der Gärten berichtet die Gärtnermeisterin, warum sie ihr Wissen gerne weitergibt.

Wo und wie bist du in der Gartenbranche groß geworden?

In Haltern am See im Münsterland. Meine Eltern haben den Betrieb gegründet, aber mein Opa war auch schon Gärtner. Ich bin jetzt in der dritten Generation und unsere jüngste Tochter hat letztes Jahr ihren Meister gemacht im Staudenbau – sie ist in der vierten Generation tätig. Meine beiden anderen Kinder haben auch Spaß am Garten, machen aber beruflich etwas ganz anderes.

Die Einladung zur GardenCon habe ich mit einem Besuch bei Helmers Baumschulen in Westerstede verbunden. Dort habe ich damals mein zweites Gesellenjahr absolviert. Meine Eltern haben früher bei Helmers die ganze Baumschulware gekauft – und wie es mit solchen Verbindungen eben so war, lag es sehr nahe, dass ich da dann ein Gesellenjahr mache

Wie hast du dich an das Bloggen herangetastet und seit wann bist du dabei?

Irgendwann bin ich zum Bloggen gekommen, weil ich einfach gerne darüber rede. Ich gebe gern mein Wissen weiter und das, was mir am meisten am Herzen liegt: Das sind die Bäume und die Gesundheit der Bäume – und ein Blog ist einfach eine gute Möglichkeit dafür. Meinen Blog habe ich seit zwei Jahren und ich poste auf Instagram.

Was ist der Schwerpunkt in deinem Blog, wie hast du ihn aufgesetzt?

Mir geht es wirklich um die Pflanze und auch darzustellen, wie groß dieser Bereich ist mit Gartenbau und dem Beruf Gärtner. Die Beiträge auf meinem Blog sind ganz unterschiedlich. Ich habe auch Beiträge von Gartenreisen, stelle meine Gärtnerei vor und mache viel über Bäume, Kappungsschnitte – also die Vermittlung von Wissen. Ich poste auch mal ein Baumporträt oder auch mal einzelne Stauden oder die Gartengestaltung.

Hast du auch schon Kooperationen?

Ich will mit dem Bloggen kein Geld verdienen – das ist nicht das Ziel. Es kommt schon mal vor, dass Verlage auf mich zukommen und mir ein Buch anbieten, um eine Rezession darüber zu schreiben. Da ich Fachbücher über alles liebe, mache ich das ganz gerne. Ich schreibe dann aber auch sehr ehrlich meine fachliche Meinung.

Wie viele Follower hast du?

Ich bin hauptsächlich auf Instagram und schreibe auf meinem Blog. Auf Instagram habe ich 3.365 – da bin ich schon recht stolz drauf. Ich bin da mit meinem Blog in einer Nische, glaube aber schon, dass ich mittlerweile einen Namen auf Instagram habe, weil ich Gärtnerin von Beruf bin. Es erreichen mich ganz oft Anfragen, ob ich mal helfen könne. Das ist zeitaufwendig, aber es macht einfach Spaß. Das ist dann quasi eine ehrenamtliche Beratung und Tipps auf Instagram. Ich mache zwar auch Online-Beratungen, wenn es um größere Gartengestaltungen geht, werde ich dafür bezahlt. Ist ja schließlich mein Beruf.

Was nimmst du von einem Blogger-Treffen mit?

Dass ich andere Gartenblogger persönlich kennenlerne, die ich sonst nicht kennengelernt hätte – das gibt über Instagram dann eine ganz andere Qualität. Gerade in der Corona-Zeit hat mich der Kontakt mit den Bloggern gerettet.

Irgendwas nimmt man immer mit von einer solchen Veranstaltung und lernt dazu, besonders weil die jüngeren Gartenblogger technisch viel mehr wissen als ich.

Was machst du für Beiträge? Text oder Bild oder Video??

Auf Instagram Bild und Text. Video ist nicht meins und deshalb würde ich auch nicht bei YouTube landen. Obwohl: ich hätte auch vor einem Jahr gesagt, dass ich nie im Leben Vorträge auf Instagram über Zoom anbiete. Vorträge vor großen Gruppen mit über 100 Personen zu halten, mache ich für mein Leben gerne – das ist kein Problem, aber vor einer Webcam über Zoom war das schon etwas anderes.

Heißt: Das hältst regelmäßig Fachvorträge?

Ja. Im Moment habe ich zwei Fachvorträge, die auf Zoom umgebaut sind. Die biete ich über Instagram an und dann in kleinen Gruppen, weil die Kommunikation wichtig ist – maximal 20 Personen an einem Abend und nicht unter zwei Stunden.

Wer meldet sich dazu an?

Das sind Instagramer. Ich hatte sogar schon mal eine Teilnehmerin aus den USA dabei – das fand ich toll! Und ich erhalte inzwischen mehr Resonanz. Die Leute fragen jetzt schon, wann ich wieder anfange. Ich bin jetzt dabei, meine Vorträge, die ich als Präsenzvorträge habe, etwas umzuwandeln für einen Online-Vortrag. Das ist beispielsweise ein Vortrag über „Naturgarten – lebendig und spannend“ und ein Vortrag über Gartengestaltung im Privatgarten mit normalem Budget. Da habe ich viele Fotos – vorher und nachher – das ist einfach total toll, das zu zeigen.

Was möchtest du aufgrund deiner Erfahrungen in den letzten zwei Jahren noch intensivieren?

Ich möchte den Blog gerne noch mehr machen, mehr schreiben – das ist zeitaufwendig, ich recherchiere auch viel, weil ich einen hohen Anspruch habe. Gerne würde ich mal den Beruf Gärtner vorstellen. Es kann sich ja jeder als Gärtner selbstständig machen, der will – aber es darf sich nur jemand, der eine Meisterprüfung hat, Gärtnermeister nennen. Nur wenige wissen, dass der Gärtnerberuf acht Fachsparten hat – wir bekommen gerade die achte Sparte dazu – Beraten und Verkaufen – beispielsweise in Gartencentern.

Was liegt dir besonders am Herzen ?

Mein Herz gehört den Bäumen – ich finde, dass wir die Bäume wesentlich mehr wertschätzen müssen. Das Thema Baum ist auch bei Instagram ein Schwerpunkt von mir und damit kann ich Leute erreichen. Nach meinem Vortrag sagen alle, dass sie die Bäume dann anders wahrnehmen.


Mehr Informationen unter: oder   www.aus-lust-zum-garten.de  oder   www.hortusvivendi.de 
Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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