Oldenburg Es müssen nicht unbedingt die großen Gemüsebeete oder Gewächshäuser sein, um süße Erdbeeren, leckere Tomaten, knackige Gurken oder sonstige frische Produkte zu ernten. Das Stichwort ist Urban Gardening und liegt bei allen Generationen voll im Trend. Urban Gardening schafft auf Balkon und Terrassen grüne Zonen mit leckerem Ertrag. „Dieser Trend hat sich in den letzten Jahren verstärkt etabliert“, weiß Stefan Tinneberg aus seiner Erfahrung. Der Gärtnermeister der Stadtgärtnerei in Oldenburg hat rechtzeitig die Entwicklung erkannt und füllt inzwischen mit seinen eigenen Produkten eine Marktnische.

„OTTO lief von Anfang an hervorragend, war in der ganzen Region Thema und macht wahnsinnig Spaß“, erzählt der 51-Jährige, der als einziger Gärtner in der Stadt Oldenburg seine Produkte selber produziert und vermarktet. Es habe deutlich mehrere Gartenbaubetriebe in Oldenburg gegeben, die selbst produziert, aber inzwischen die Eigenproduktion eingestellt hätten. „Was wir betreiben, bedeutet viel Arbeit und Kosten. Wir haben weiter investiert und uns bezüglich Energie und Aufwand auf die Zukunft ausgerichtet. Da hängt viel Herzblut, Zeit, Geld und Liebe dran. Wir picken uns die Besonderheiten heraus, die viel Fingerspitzengefühl benötigen, sind bekannt für kräftige, gesunde Pflanzen und arbeiten nur für den Endverbraucher“, beschreibt der Gärtnermeister seinen Erfolg.

Die Produktion – von der Idee zur fertigen Pflanze

Quasi aus einer Bierlaune heraus sei ihm die inspirierende Idee zur Topf-Tomate gekommen. Was gibt es bereits am Markt, was haben andere Betriebe im Programm“: Stefan Tinneberg schaute sich die Sortimente genau an, recherchierte und entwickelte ein Produkt, eine Selektion aus mehreren Pflanzen, nach seiner Idee. Welche Sorten sind für Ampeln geeignet, wie kann ich eine dauerhafte Ernte erzielen, wie bekomme ich den Geschmack hin, wie verhält sich die Wuchseigenschaft, wie passen Fruchtgröße und Topf zusammen? – allesamt wichtige Kriterien, die der Gärtnermeister in verschiedenen Testreihen über ein bis zwei Jahre erprobte. „Die wesentlichen Dinge stellen sich bereits in der ersten Serie heraus, danach kann ich die nächste Testphase eingrenzen. Nach etwa drei bis vier weiteren Versuchen erreiche ich mein eigenes, fertiges und marktreifes Produkt, mit dem der Verbraucher gut klarkommt: leicht zu pflegen, gießen und dann ernten.“

OTTO – Oldenburger Topf-Tomate

Mit der Kreation von OTTO hat Stefan Tinneberg nicht nur die Gartenbesitzer begeistert, vielmehr auch bei der jungen Generation mit einem kleinen Balkon oder einer Terrasse stark gepunktet. Die Oldenburger Topf-Tomate, kultiviert in torffreiem Substrat, gibt es in zwei Größen – je nach Bedarf und Platz. OTTO hat sich hervorragend etabliert, ist pflegeleicht, kleinwüchsig, robust, ertragssicher von Mitte Juni bis Ende September oder noch etwas länger und sehr lecker. Der Stein kam ins Rollen, der Gärtnermeister setzte weitere Ideen um – die Oldenburger Naschwerk-Familie war geboren.

OLGA – Oldenburger Gurken-Ampel

Ein Jahr nach OTTO kam OLGA auf den Markt – eine grüne Gurke in Bio-Qualität, ebenfalls in torffreiem Substrat kultiviert – ob direkt von der Pflanze als Snack-Gurke in den Mund, als Salat oder auch zum Einwecken. Die etwa acht bis zehn Zentimeter langen Früchte, die in schneller Folge heranreifen und eine prächtige Ernte bringen, seien saftig und fruchtig im Geschmack. Auf der Terrasse oder auf dem Balkon fühle sich die Oldenburger Gurken-Ampel sehr wohl. Tägliches Gießen sorge für viele leckere Gurken.

OSKAR – Oldenburger Süßkartoffel

Noch im gleichen Jahr folgte mit OSKAR eine weitere Neuzüchtung von Stefan Tinneberg. Süßkartoffeln sind in jüngster Zeit immer beliebter geworden und kommen häufiger auf den Mittagstisch. „Die Süßkartoffel braucht mehr Platz für die Früchte, der Topf ist für das Wachstum zu klein, die Kartoffeln verkrümmen im beengten Gefäß. In der Freilandkultur entwickeln sie sich prächtig“, beschreibt der Gärtnermeister den Unterschied im Wachstumsverhalten.

OPA – Oldenburger Paprika

Die Oldenburger Naschwerk-Familie wird größer und größer: Die Oldenburger Paprika ist eine Snack-Paprika, in gelb und rot. „Sehr lecker und auch ideal auf dem Grill“, weiß der Gärtnermeister.

OMA – Oldenburger Mangold

Nur schlüssig, dass neben OPA auch OMA gezüchtet wurde. Oldenburger Mangold eignet sich sehr gut im Topf und lässt sich vielseitig verwenden.

OLE – Oldenburger Erdbeere

Das jüngste Familienmitglied ist OLE – und erstmals jetzt im Mai zu kaufen. Stefan Tinneberg hat zwei Sorten entwickelt, einmal mit einer rot-rosa Blüte und mit einer weißen. „Der Geschmack ist ganz minimal unterschiedlich. Die Oldenburger Erdbeere ist süß und sehr schmackhaft.“ Die Testung im letzten Jahr hat Früchte von Mitte Juni bis Anfang Oktober gebracht.

Oldenburger Naschwerk-Familie

„Das Gärtnern ist mein Herzblut. Ich habe mein Augenmerk auf die Eigenproduktion gelegt, die Regionalität ist mir sehr wichtig“, so Tinneberg und ergänzt: „Ich kultiviere biologisch und setze überwiegend Nützlinge ein. Alle 14 Tage engagiere ich mehrere Tausend ‚Mitarbeiter‘ aus Norddeutscher Produktion: Florfliegen, Schlupfwespen, Raubmilben – das funktioniert hervorragend.“ Hierbei gilt das natürliche Prinzip: fressen und gefressen werden.

Etwa die Hälfte der Produktionsfläche – rund 1000 Quadratmeter – nimmt inzwischen die Oldenburger Naschwerk-Familie ein. Mit Blick auf die Eisheiligen können OTTO, OLE und die übrigen Mitglieder der Naschwerk-Familie ab 15. Mai ins Freie gesetzt werden.

Jahreskreislauf der Eigenproduktion

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Die übrige Produktionsfläche ist dem Anbau von Blumen vorbehalten. Die Gewächshausfläche ist ganzjährig ausgenutzt. „Ich treibe Tulpen zum Schnitt selber an“, erklärt der Gärtnermeister den Auftakt im Winter. Dann folgt die nächste Produktion mit Primeln als ersten Farbtupfer, danach Stiefmütterchen, Bellis, Vergissmeinnicht, Hornveilchen, ehe mit Beginn des Frühjahrs die freigewordene Fläche für die Kultur von Sommerblumen gefüllt wird und im Herbst dann Gräser, Stacheldraht zur Kultur anstehen. Weihnachtssterne kauft Tinneberg als Rohware an.


     www.blumen-tinneberg.de 
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