Wo kann man das Imkern erlernen? Welche Voraussetzungen brauchen Interessierte? An wen wenden sie sich? Diese und weitere Fragen beantworten örtliche Imkervereine. „Wir bilden im Jahr rund 30 Jung-Imker aus. Die Ausbildung in Theorie und Praxis übernehmen zwei geschulte Fach-Imker in unserem Verein“, erläutert Jürgen Nixdorf, zweiter Vorsitzender des Imkervereins Bad-Zwischenahn-Westerstede. Im vergangenen Jahr hat der eingetragene Verein inmitten der Natur ein Lehrbienenhaus auf dem Gelände beim Jaspershof in Westerstede gebaut. Hier finden auch die Schulungen für die Jung-Imker statt. Das im Fachwerkstil erbaute Häuschen erfüllt alle Voraussetzungen für die Ausbildung. Neben einem Raum für die derzeit sechs Bienenvölker und einem Raum zum Schleudern und Abfüllen von Honig gibt es einen Schulungsraum und einen Geräteraum. Das Lehrbienenhaus steht auch Schulklassen für Unterrichtszwecke nach Absprache zur Verfügung. In einem Interview erläutert Jürgen Nixdorf Wissenswertes rund um das Thema Imkern.

Die sechs Bienenvölker sind in verschiedenen sogenannten Beuten untergebracht. Welche Prozesse finden dort statt?

Jürgen Nixdorf: Die Beuten sind unterteilt: unten ist der Brutraum mit einer Königin, darauf aufgesetzt ist der Honigraum. Die Königin legt in dieser Blütenhochzeit etwa 2000 Eier täglich und das Tag für Tag. Aus den befruchteten Eiern schlüpfen die Honigbienen, aus den unbefruchteten die Drohnen, die männlichen Bienen. Die Königin testet mit ihrem Kopf die Wabengröße, um in die größeren Waben die Drohnen-Eier und in die kleineren Waben die Honigbienen-Eier abzulegen. Nach rund 21 Tagen schlüpfen Bienen und Drohnen. Diese Modellbeuten sind für die Jung-Imker-Ausbildung ideale Anschauungssobjekte.

Welche Lebensdauer haben Königin, Drohne und Honigbienen?

Jürgen Nixdorf: Die Königin ist nach zwei Jahren etwa ausgepowert und stirbt. Bienen, die jetzt in der arbeitsintensiven Zeit geboren werden, leben etwa eine Woche oder etwas länger. Bienen, die in der arbeitsarmen Winterzeit geboren werden, leben zirka ein halbes Jahr. Drohnen haben nur eine Aufgabe – die Begattung der Bienen. Nach etwa zwei Wochen sind sie geschlechtsreif, verlassen den Bienenstock, paaren sich mit den jungen Bienenköniginnen und sterben danach.

Wann werden die Bienen im Frühjahr aktiv?

Jürgen Nixdorf: Sobald die Obstbaumblüte da ist, sind die Bienen unterwegs. Ab Ende Mai/Anfang Juni können wir den Honig schleudern. Der flüssige Honig durchläuft, um einwandfrei rein zu sein, verschiedene Siebe und abschließend einen Filter. Danach kommt die Sommertracht, die Ende Juli/Anfang August geschleudert wird. Damit endet das Imkerjahr.

Wo verbringen die Bienen den Winter?

Jürgen Nixdorf: Sie bleiben im Bienenvolk draußen in der Natur stehen. Im Winter sollen etwa 10.000 Bienen in einem Volk sein, im Sommer 60.000 bis 70.000 Bienen. Als Nahrung gibt man Zuckerwasser. Krankheiten wie Varroa-Milbe beugt man mit organischen Säuren vor.

Warum sind Sie Hobby-Imker?

Jürgen Nixdorf:Es ist ein spannendes Hobby, man ist in der Natur, auch mit sich alleine. Außerdem ist Imkern eines der ganz wenigen Hobbys, die nicht nur Geld kostet, man kann Honig verkaufen. Honig ist gesund. Ein kleiner Hinweis zu Honig in warmer Milch: Die Milch darf nicht wärmer als höchstens 40 ° Celsius sein, sonst geht der Honig kaputt und hat keine Wirkung.

Der Imkerverein Bad-Zwischenahn-Westerstede e.V. rund 130 Mitglieder; Vorsitzender ist Heiner Raschke. Im Ammerland gibt es noch in Rastede und Edewecht je einen Imkerverein. Jung-Imker werden im Ammerland nur im Imkerverein Bad Zwischenahn-Westerstede ausgebildet. In anderen Regionen gibt es ebenfalls ausbildende Imkervereine. Jung-Imker können die Räumlichkeiten und Gerätschaften im Westersteder Lehrbienenstand (Zum Stiftungspark 17) nutzen. Im Sommer ist er für Interessierte jeden Mittwoch von 17 bis 19 Uhr geöffnet.

Am diesjährigen Weltbienentag ist der Lehrbienenstand auf dem Gelände des Jasperhofes von 18 bis 20 Uhr geöffnet. Interessierte können sich über die große Bedeutung und den wichtigen Schutz von Honigbienen informieren. Der Imkerverein berät gerne. Honig aus dem Ammerland und der Region kann probiert und erworben werden.

Um auf die Bedeutung der Bienen aufmerksam zu machen,
gibt es verschiedene spezielle Bienenlehrpfade.

•Bienenlehrpfad in der Delmenhorster Graft, 27749 Delmenhorst

•Bienenlehrpfad in Neuenburg, Schlossweiden, 26340 Zetel

•Bienenlehrpfad auf dem Gelände der Domäne Altmarienhausen, 26452 Sande

Weitere Anlagen können der Redaktion gemeldet werden unter


     www.imkerverein-bad-zwischenahn.de 
     anzeigen-redaktion@nwzmedien.de 
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