Jedes Insekt zählt! Das ist die klare Botschaft der Naturschützer. Auf der ganzen Welt gibt es mehr als eine Million verschiedener Arten. Mit ihrer grenzenlosen Vielfalt sind die kleinen Lebewesen aber nicht nur faszinierend – sie sind für das Gleichgewicht aller Ökosysteme unentbehrlich. Doch in den vergangenen Jahren gingen ihre Bestände dramatisch zurück. Die Gesamtmasse an Fluginsekten hat nach Angaben des Nabu in Schutzgebieten bis zu 75 Prozent abgenommen. Mehr als die Hälfte der Wildbienenarten in Deutschland ist gefährdet.

Vor diesem dramatischen Hintergrund hat der Naturschutzbund den „Insektensommer“ ins Leben gerufen. Die Zählung, an der jeder teilnehmen kann, findet bundesweit in zwei Phasen statt – von diesem Freitag, 31. Mai, bis Sonntag, 9. Juni, sowie vom Freitag, 2. August bis Sonntag, 11. August. Die Beobachtungen können online oder über die kostenlose Nabu-App „Insektenwelt“ für iOS und Android gemeldet werden. Dort gibt es auch wertvolle Tipps zum Zählen und zu den Tieren selbst.

Der optimale Zeitpunkt, um viele Insekten zu sehen, ist laut Nabu übrigens ein sonniger, warmer, trockener und windstiller Tag. Ideal ist es, sich einen festen Beobachtungsplatz zu suchen und eine Stunde lang alle Insekten zu notieren, die man während dieser Zeit entdecken kann. Ob Hummeln, Schmetterlinge oder Marienkäfer, ob im Garten, Feld, Wald oder im Moor – jede Meldung von jedem Beobachtungsort ist nützlich.

Ein kleiner Tipp: Um Insekten zu bestimmen, sie erst einmal zu sehen, muss man meist nah ran. Eine Lupe oder einen Fotoapparat mit Naheinstellung sollte man bei der Insektenpirsch daher möglichst dabeihaben. Bei größeren, beweglichen Arten wie Schmetterlingen ist auch ein Fernglas nützlich.

Für eine insektenfreundliche Umgebung sorgen

Abseits der Aktion gibt es viele Dinge, die jeder im Alltag machen kann, um den Sechsbeinern zu helfen. „Wichtige Insektenlebensräume sind Hecken, Wiesen, Feldraine und Gewässerrandstreifen. Wir brauchen mehr davon und müssen sie frei von Pestiziden halten“, sagt Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. „Neben einer naturnäheren, insektenfreundlichen Landwirtschaft kann Vielfalt in Gärten und Parks einen Teil dazu beitragen, Insekten beispielsweise im Frühjahr Starthilfe zu geben.“

Mithilfe von Nisthölzern lässt sich unter anderem die Rostrote Mauerbiene – „Insekt des Jahres 2019“ – problemlos im Garten ansiedeln. Gern nimmt sie demnach künstliche Nistgelegenheiten aus Holz, Bambus oder Schilf an. „Insektenhotels dürfen durchaus dekorativ sein, doch sie helfen nur, wenn sie auch artgerecht sind“, sagt Nabu-Insektenexpertin Daniela Franzisi. „Wichtig ist, dass kein Weichholz verwendet wird, damit Bohrlöcher nicht ausfransen, sonst können sich Bienen daran verletzen. Auch sollten insektenfreundliche Wildpflanzen in der Nähe sein, sonst werden die geschaffenen Hotels ohne Gäste bleiben.“

Ein Beet aus heimischen Wildstauden wirkt wie ein Magnet auf Falter und Bienen. An sonnigen Standorten wachsen Moschusmalve, Natternkopf, Wiesen-Flockenblume und Blut-Storchschnabel. Sie liefern Pollen und Nektar und sind dazu noch optimal an Klima und Boden angepasst. Generell freuen sich Insekten über Wildrosensorten. Diese haben keine gefüllten Blüten – so können die Tiere den Nektar leichter erreichen als bei gezüchteten Sorten.


     www.insektensommer.de 
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