Ob klein, groß, rot, grün, süß oder sauer – die heimischen Apfelsorten bieten für jeden Geschmack etwas. Aktuell läuft die Erntesaison in der Region auf Hochtouren, und vielerorts wird eifrig gepflückt. Die heimischen Äpfel eignen sich aber nicht nur zum gesunden Snack zwischendurch, sondern können auch auf vielfältige Weise weiterverarbeitet werden.

Vielfältige Verarbeitung

Während die einen gerne neue Backrezepte ausprobieren und ihre Liebsten mit einem frischen Apfelkuchen aus dem Backofen eine Freude bereiten, tendieren andere eher zum Einkochen und füllen die Marmelade, den Gelee und das Apfelmus anschließend in praktische Einmachgläser ab. Für alle, die im eigenen Garten oder auf einer Streuobstweise besonders viele Äpfel geerntet haben, lohnt es sich sicherlich, einen Teil der Ernte in Saft verarbeiten zu lassen.

Eigenes Obst zu Saft machen lassen

Eine ganze Reihe an stationären und mobilen Mostereien im Umkreis stellen Saft aus dem mitgebrachten Obst her. Ein Vorteil der direkt vor Ort gepressten Säfte ist, dass dieser garantiert frei von künstlichen Inhaltsstoffen ist. „Wir gewährleisten unseren Kunden, dass der Apfelsaft, den sie bei uns kaufen, zu 100 Prozent aus ihren eigenen Äpfeln stammt“, sagt Martin Clausen von der Mosterei Sandhausen.

Bei ihm beginnt die Most-Saison bereits Ende August und geht bis Anfang November. In dieser Zeit werden neben Äpfeln auch Birnen, Quitten, Holunder, Rote Beete, Möhren und Sellerie zu Saft verarbeitet. „An äußerst produktiven Tagen werden bei uns bis zu 3500 Liter am Tag produziert. Pro Saison kommen etwa 120.000 Liter zusammen“, erläutert der Mosterei-Inhaber weiter. Aus einem Kilogramm Obst können etwa 0,7 Liter produziert werden.

Feste Äpfel sind besser geeignet

Ob ein Kunde mit einem Kilogramm Äpfeln oder gleich mit einem ganzen Anhänger vorgefahren kommt, das Prozedere ist immer dasselbe. Nachdem die faulen Äpfel aussortiert wurden, wird das Obst gewaschen, vermahlen und anschließend gepresst. Damit der Saft auch möglichst lange haltbar ist, wird die gewonnene Flüssigkeit zunächst durch eine Zentrifuge geschleudert und somit geklärt, ehe sie auf mindestens 75 Grad erhitzt wird. „Bei jedem Apfel gilt: Je fester er ist, desto besser ist er zum Mosten geeignet“, sagt Martin Clausen.

Der verarbeitete Saft wird bei der Mosterei Sandhausen anschließend in Literflaschen oder fünf Liter fassende Bag-in-Box-Beutel abgefüllt und ist circa ein Jahr haltbar.

Ähnlich sieht es auch in den Märkten der Raiffeisen Warengenossenschaft Ammerland-Ostfriesland in Rastede und Edewecht oder an den Standorten der Raiffeisen Warengenossenschaft Hunte-Weser in Ganderkesee, Oldenburg-Osternburg und Wildeshausen aus. Allerdings mit einer Ausnahme: Dort handelt es sich um reine Apfel-Annahmestellen. Die Äpfel gehen direkt zur Weiterverarbeitung an die Auricher Süßmost GmbH als Erzeuger aus der Region. Als Dank erhalten anliefernde Kunden den Qualitätssaft zum Lohnmostpreis

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Heimische Apfelsorten erhalten

Für den Erhalt von heimischem Obst – besonders den alten ostfriesischen Apfelsorten – setzen sich seit Jahren die Obstbaumfachwarte Traute und Andreas Reents auf dem Jaspershof in Westerstede und auf dem Appelhoff von Johannes Bolland in Rhauderfehn ein. Zusammen mit ihrer Obstgruppe des Küchengarten-Vereins pflegen, schneiden und binden sie nicht nur die entsprechenden Apfelbüsche auf dem Jaspershof, sondern vermitteln ihr Wissen gerne weiter. „Wir bieten unter anderem in Schulen Lehrgänge zum Mosten an“, teilt Traute Reents mit. Ihr sei es besonders wichtig, der nächsten Generation die Besonderheit der heimischen Früchte zu vermitteln: „Die Äpfel aus unserer Heimat sind eben in erster Linie allergikerfreundlich und schmackhaft.“

Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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