Maria Thun (geboren am 24. April 1922) war ihr ganzes Leben eine hingebungsvolle Gärtnerin. Durch Rudolf Steiners Anthroposophie angeregt, begann sie ihre Pflanzen genauer zu beobachten. Zusammen mit ihrem Mann Walter kaufte sie nach dem Zweiten Weltkrieg in Biedenkopf-Dexbach bei Marburg ein Stück Land, baute darauf Gemüse biologisch-dynamisch an. Erste Hinweise auf ihr späteres Arbeitsfeld bekam sie durch einen Saatkalender vom Landwirtschaftsberater Franz Rulni. Der berücksichtigte dabei auch Mondphasen.

Erster Kalender 1963

Über ihre Experimente und die Anfänge ihrer Versuchstätigkeit berichtete sie in ihrem Buch „Erfahrungen für den Garten“. Sie fing Mitte der 1950er-Jahre mit kleinen Versuchen an, beobachtete und dokumentierte Wuchsverhalten, Erträge und einiges mehr. Ihre Versuchsarbeit im Gemüsebau auf kleinen Parzellen mit Wiederholungen weitete sich ständig aus.

Maria Thun beobachtete bei neunjährigen Versuchen ab 1952 einen Zusammenhang zwischen dem Stand des Mondes im Tierkreis und dem Wachstum von Radieschen, abhängig vom Aussaatzeitpunkt. Daraus leitete sie vier verschiedene Wachstumstypen bei Pflanzen entsprechend der Elemente ab.

1963 gab sie ihren ersten Aussaattagekalender im Eigenverlag mit Hinweisen heraus, welche Gartenarbeiten an den jeweiligen Tagen oder Stunden des Tages günstig sind. Mit großem Erfolg, ein Bestseller, der seitdem jährlich erscheint. Auch noch heute wird der Kalender von der Familie im Eigenverlag Thun & Thun herausgegeben. Weltweit genutzt, erscheint er mittlerweile in 21 Sprachen.

Auf vielen biologisch-dynamisch bewirtschafteten Höfen und in Privatgärten war und ist er auch heute die Richtschnur für die täglichen Arbeiten. Bei Gärtnern, die nichts mit der Anthroposophie und der Biologisch-Dynamischen Wirtschaftsweise zu tun haben, ebenfalls.

Maria Thun gab ihre Erfahrungen jahrzehntelang in Kursen und Vorträgen weiter. Sie starb am 9. Februar 2012 kurz vor ihrem neunzigsten Geburtstag daheim in Biedenkopf.

Aussaattage 2020

Nicht nur für die überaus engagierte Pionierin des biologisch-dynamischen Pflanzenbaus fördert der Mond Wachstum und Gedeihen der Pflanzen entscheidend. Maria Thun: „Seine Kräfte kann sich jeder in seinem Garten zunutze machen“.

Der Mond braucht etwas mehr als 27 Tage, um die Erde zu umrunden. Dabei zieht er an den 12 Regionen des Tierkreises vorbei. Je nachdem, in welchem Tierkreisbild er gerade steht, begünstigt er bei den Pflanzen Blütenbildung, Frucht, Blattmasse oder Wurzeln.

Thuns Aussaatkalender zur Hilfestellung im Pflanzenbau, berücksichtigt natürlich auch für das Jahr 2020 die Mond- und Planetenrhythmen. Schaut man sich die Monatsseiten im Kalendarium an, wirken sie auf den ersten Blick für viele sicher recht kompliziert. Ist es aber eigentlich nicht. Denn alles dreht sich darum, was angebaut werden soll.

Sind es Blumen, richtet man sich nach den in gelber Farbe geschriebenen Blüte-Zeiten. Bei Salat, Kohl (nicht Brokkoli, er gehört zu den Blütenpflanzen) oder Kräutern ist Blau angesagt, weitere Farben bei anderen. Das versteht jeder.

Aussäen kann man zu den verschiedenen Fruchtungstypen immer, außer an den im Kalender gestrichenen Zeiten. Dieser Mondkalender für den Biogarten wird auch von Demeter-Gärtnerinnen und Gärtnern benutzt.


     www.aussaattage.de 
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