Zerreibt man Rosmarinblätter zwischen den Fingern, riechen sie würzig-aromatisch, etwas nach Kampfer und Nadelgehölzen. Dies weist auf die Inhaltsstoffe hin: ätherische Öle, Harze und Bitterstoffe. In der südeuropäischen Küche wird von alters her Rosmarin beim Grillen von Geflügel und Fisch verwendet und gibt den Speisen einen pikanten, charakteristischen Geschmack. Rosmarin eignet sich außer zu allen Fleischspeisen auch besonders gut zu Eiergerichten, Tomatensuppen oder -eintöpfen, zu Pilzgerichten und zu Soßen und Salaten. Wichtig ist es, immer nur ein paar Blätter zu verwenden, sonst schmecken die Speisen bitter und durchdringend nach Rosmarin. Rosmarin kann das ganze Jahr hindurch geerntet werden; junge Pflanzen sollte man aber nicht zu stark „plündern“.

Rosmarin gehört zu den ausdauernden Kräutern; von Mai bis in den Juli hinein erscheinen an den Blattachseln weiße bis blaue Blüten, die von Bienen gerne zur Futteraufnahme gesucht werden. Im Laufe der Jahre entwickelt sich Rosmarin zu einem holzigen kleinen Strauch. Da diese Mittelmeerpflanze bei uns aber nicht winterhart ist, bedarf sie besonderer Pflege. Als Erde vermischt man Sand, etwas Kompost und kalkhaltigen Mörtel, um eine magere, basische Mischung zu erhalten. Als Standort eignet sich der wärmste, sonnigste und geschützteste Platz, am besten vor einer steinigen Südwand, die die Sonnenstrahlen noch reflektiert. Über Sommer wird ausreichend Wasser gegeben, ab August weniger, damit die Triebe ausreifen können.

Rechtzeitig vor den ersten Frösten im Herbst bekommen die Rosmarinpflanzen ein Quartier im Haus. Geeignet sind helle und kühle Räume, wie z.B. ungeheizte Flure und Treppenhäuser. Über Winter wird der Boden nur eben feucht gehalten, aber jede Bodentrockenheit vermieden.

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