Im Mai leuchtet der Goldregen schon von Weitem mit zahlreichen bis zu 50 Zentimeter langen gelben Blütentrauben. Diese Vielzahl von leuchtenden Schmetterlingsblüten und die bis zu drei Wochen anhaltende Blühdauer machen den Goldregen zu einem der beliebtesten Blütensträucher.

Es gibt aber einen Wermutstropfen: sämtliche Pflanzenteile und insbesondere Rinde, Blüten und Samen enthalten das Alkaloid Cytisin, ein gefährliches Nervengift. Da es gerade bei Kindern, die gern Blüten, Schoten oder Samen in den Mund nehmen, zu schwerwiegenden Vergiftungen gekommen ist, ist der Goldregen in Verruf geraten.

Erziehung zur Vorsicht

Aus gutem Grund ist man deshalb seit Jahren bemüht, in der Nähe von Kinderspielplätzen und Tageseinrichtungen sowie Schulen die giftigsten Pflanzen, wie Goldregen, Pfaffenhütchen, Seidelbast und Stechpalme, zu entfernen und gezielt nur ungiftige Pflanzen anzubauen. Diese Maßnahmen allein schützen natürlich nicht vor Vergiftungen, da in Hausgärten und in öffentlichen Anlagen genug giftige Pflanzen wachsen. Wichtig ist vor allen Dingen die Erziehung zur Vorsicht vor unbekannten Pflanzen.

Aus Gründen der Artenvielfalt und der Verflechtung von Flora und Fauna wäre es auch verhängnisvoll, alle giftigen Pflanzen aus Garten, Flur und Feld zu entfernen, die seit Jahrhunderten hier heimisch sind und in der Nahrungskette eine wichtige Bedeutung haben. So ist durchaus für die Anpflanzung vom Goldregen zu plädieren, natürlich nicht an der Grundstücksgrenze zu Wegen, von denen aus Blüten und Samen in die Hände Unwissender gelangen können.

Vom Goldregen gibt es nur drei Arten, die in Mittel- und Südeuropa bis Kleinasien verbreitet sind. Als einheimische Art empfiehlt sich der Gemeine Goldregen (Laburnum anagyroides), der sich trichterförmig gabelt und bis zu fünf Meter groß wird. Auch außerhalb der Blütezeit gefällt der Strauch mit seiner graugrünen Rinde und seinem zierlichen dreifingerigen Laub. Wegen seines höheren Zierwerts wird besonders der Edel-Goldregen (L. x watereri „Vossii“) geschätzt. Er entwickelt großes, glänzenderes Laub und doppelt so große, dichtere Blütentrauben, die intensiv gelb leuchten.

Goldregen liebt sandig-steinige bis humos-lehmige Böden mit einer Bodenreaktion von schwach sauer bis stark alkalisch. Sonnige Standorte sind ideal, der Boden kann von trocken bis feucht variieren. Die Blütezeit beginnt nach fünf bis acht Jahren, ältere Sträucher blühen immer üppiger. Gegen Schnittmaßnahmen ist der absolut frostharte Goldregen jedoch recht empfindlich, ein Verjüngungsschnitt ist nicht Erfolg versprechend.

Schöne Holzmaserung

Für die Tierwelt bietet der Goldregen reichlich Nahrung: Die Blüten werden von verschiedenen Bienen und Käfern befruchtet, die junge Rinde sowie Früchte von Hasen und Kaninchen gefressen, die ebenso wie Vögel, die auch die Samen verbreiten, gegen das Gift immun sind.

Goldregen wirkt im Garten gut in Einzelstellung, aber auch als Gruppengehölz zu Rhododendren, Steinweichsel, Mispel, Perückenstrauch und Eberesche. Optisch besonders reizvoll ist ein Stand neben Rotdorn, der zur selben Zeit blüht.

Der botanische Name Laburnum (Splintholz) weist auf die frühere Verwendung dieses harten Holzes mit seiner schönen Maserung zurück. Es wurde gern für die Anfertigung von Armbrustbögen, Musikinstrumenten und anderen Zierholz-Gegenständen verwendet.

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