Wer zum ersten Mal ein Blättchen Wermut probiert und es im Mund zerkaut, wird es meist schnell wieder ausspucken. Denn das Kraut schmeckt so bitter wie kaum etwas anderes. Deshalb ist es verständlich, dass zum Würzen immer nur kleinste Mengen verwendet werden.

Wermut passt gut zu fetten Speisen wie Gänsebraten, bei dessen Zubereitung einige wenige Blättchen im Geflügel mitgegart werden. Bei dieser Verwendung trifft man wieder auf das Prinzip, dass schwer verdaulichen Speisen als Gewürz gleich die richtige Heilpflanze beigegeben wird. Wermut wirkt bei Magen- und Gallenbeschwerden und Völlegefühl, Beschwerden, die nach dem Genuss einer fetten Gans leicht auftreten können.

Auch als Tee zubereitet, bringt Wermut bei Magen- und Gallenbeschwerden rasch Linderung. Als Wirkstoffe sind vor allem Bitterstoffe, aber auch ätherische Öle und Gerbstoffe zu nennen.

Zur Verwendung lohnt es sich deshalb, im Garten ein, zwei Büsche Wermut zu halten. Ein sonniger Platz auf sandigem, leicht kalkhaltigem Boden ist ideal. Viele andere Pflanzen mögen den Wermut wegen seines intensiven Geruchs nicht gern, sodass man ihm am besten einen Standort entfernt von anderen Kräutern oder Gemüse zuweist.

Praktisch ist ein Platz in der Nähe des Komposthaufens oder eines Sitzplatzes, dort vertreibt er Mücken und Fliegen. Wermut entwickelt sich als Staude im Laufe der Jahre zu kräftigen Büschen bis zu eineinhalb Metern Höhe und bietet reichlich Blätter zum Ernten an. Zur Zubereitung als Pflanzenschutzmittel kann man das ganze Kraut über dem Boden abschneiden und kopfüber trocknen.

Im biologischen Pflanzenschutz werden die Bitterstoffe des Wermuts dazu genutzt, Fraß- und Saugschäden an Pflanzen zu vermeiden. Dazu stellt man einen Tee her oder verjaucht das Kraut. Eine Spritzung ist bei einem Befall mit Blattläusen und Raupen angebracht, aber auch bei Problemen mit Brombeer- und Erdbeermilbe sowie dem Apfelwickler ist ein Erfolg beobachtet worden.

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