„Da sind wir“. Mit diesem Blogpost starteten Annette Bachmann (56), Barbara Gerlach (58), Beate Kellermann (59), Birgit Kramps (60), Carmen Feldhaus (55), Conny Langreck (52), Gabi Hunschede (61), Meike Spiecker (55) und Sigrun Tamschik (61) im Januar 2016 ein Projekt, das in der Gartenblog-Szene bislang recht einzigartig ist: Als „BeetSchwestern“ betreiben sie zu neunt ein gemeinsames Blog.

Die Idee dazu kam ihnen während eines Gartenseminars bei einer Landvolkshochschule. „Der Gartenvirus hat bei uns allen voll zugeschlagen und wir wollten uns weiterhin austauschen“, erinnert sich Annette Bachmann, die sich auch für die Imkerei begeistern kann. „Über das Gärtnern kommt man fast zwangsläufig zum Thema Tiere im Garten und im Speziellen zu Bienen.“

Alles kann – nix muss

So wie Annette Bachmann haben viele „BeetSchwestern“ ein eigenes Spezialgebiet: Carmen Feldhaus beispielsweise ist Gartentherapeutin in einem Seniorenheim und arbeitet dort vorwiegend mit demenziell erkrankten Menschen. Beate Kellermann organisiert im Ennepe-Ruhr-Kreis die Offene Gartenpforte. Barbara Gerlach ist selbstständige Gärtnermeisterin, Conny Langreck LandFrau und Birgit Kramps arbeitet als Kräuterpädagogin, Phyto- und Aromatherapeutin. Festgelegt auf ihre Themen sind die Frauen aber nicht. „Wir lieben die Freiheit bei der Auswahl unserer Themen, frei nach dem Motto: alles kann – nix muss“, sagt Carmen Feldhaus.

Das Blog hat sich im Laufe der Jahre entsprechend zu einem bunten Kaleidoskop entwickelt: Neben Pflanzenporträts und Hilfsmitteln für den Garten berichten die „BeetSchwestern“ auch über Hühner, Rezepte, Gartenreisen, Bücher und das Leben auf dem Lande – eben alles, wofür sie sich selbst begeistern können. Beate Kellermann etwa ist immer wieder fasziniert von bestimmten Stauden und Bäumen, aber auch von anderen Gärten und ihren Gärtner*innen. „Ohne meine eigene Begeisterung kann ich nicht schreiben“, sagt sie.

Die Bloggerinnen haben daher auch vereinbart, die „BeetSchwestern“ werbefrei zu halten. „Bei uns gibt es keine Gastbeiträge, Werbebanner oder Ähnliches“, sagt Conny Langreck. „Wenn wir über Bücher oder Produkte schreiben, dann aus Überzeugung.“

Unkompliziertes Gärtnern

Die Leidenschaft fürs Gärtnern an sich ist es letztlich auch, die die neun Frauen eint – trotz ihrer Alters- und mancher inhaltlicher Unterschiede. „Jede von uns hat ihre ganz eigenen Vorlieben, legt im Garten ihre ganz persönlichen Schwerpunkte“, sagt Meike Spiecker, für die Gärtnern nur eines von vielen Hobbys ist. „Ich habe längst nicht so ein umfangreiches Gartenwissen wie die meisten von uns, aber ich kann sicher sein: Bei einer Frage von mir bekomme ich acht Antworten, was das Gärtnern herrlich unkompliziert macht.“ Gabi Hunschede beispielsweise verfolgt im Garten einen sparsamen und nachhaltigen Ansatz. „Ich versuche immer, vorhandene alte Materialien einzusetzen und die Stauden zu vermehren, die sich auf meiner Scholle bereits bewährt haben“, erklärt sie.

Regelmäßiger Austausch

Doch die Frauen profitieren nicht nur vom Gartenwissen der anderen, sondern auch von der Gemeinschaft der unterschiedlichen Charaktere. Diese „Vielfalt zu erleben und aushalten zu lernen“, ist für Sigrun Tamschik eine Erfahrung, die sie nicht mehr missen möchte. „Unsere Neuner-Freundschaft ist schon was ganz Besonderes.“ Auch Birgit Kramps schätzt den Zusammenhalt. „Wir pushen uns gegenseitig und machen uns gegenseitig Mut. Viele Dinge hätte ich ohne meine Blogger-Freundinnen vielleicht gar nicht angefasst.“

Einmal im Monat treffen sich die „BeetSchwestern“ – zum Schnacken, Klönen und natürlich zum Bloggen. „Ich hätte nicht gedacht, dass mir Bloggen überhaupt Spaß machen könnte. Ich dachte, das ist eher etwas für junge Hüpfer“, sagt Barbara Gerlach. Inzwischen hat sich ihre Meinung dazu grundlegend geändert. „Unsere monatlichen Treffen sind für mich ein fester Bestandteil geworden, auch wenn ich nicht gerne auf der A1 mit dem Auto unterwegs bin.“


     www.beetschwestern.net 
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