Wenn es im Garten summt und zwitschert, dann fühlt sich Elke Schwarzer richtig wohl. Seit dem Jahr 2003 gärtnert sie in einem etwa 70 Quadratmeter großen Reihenhausgarten in Bielefeld. „Das klassische Handtuch“, sagt sie zur eher langen und schmalen Anlage. „Oder besser: ein Gästehandtuch.“

So richtig naturnah war dieses „Gästehandtuch“ zu Beginn nicht. „Der Garten bestand eigentlich nur aus einer Betonsteinterrasse, einem großen Stück Rasen in der Mitte und ein paar Sträuchern und Blumen drumherum, darunter ein Kriechwacholder, Rhododendren und eine traurige Kamelie“, erinnert sich die Diplom-Biologin, die als Softwareentwicklerin ihren Lebensunterhalt verdient.

Von einer Steinwüste zur grünen Hölle

Vor dem Haus sah es ähnlich trist aus: eine Steinwüste soweit das Grundstück reichte. Bevor hier in der Erde gewühlt werden konnte, musste erst einmal welche da sein. Also wurden im Vorgarten die Pflastersteine zur Hälfte entfernt und ein Beet angelegt. Im Garten ersetzte eine Buchenholzterrasse den grauen Terrassenbelag, der Rasen schrumpfte mit stilvollen Rundungen zugunsten weiterer Beete, auf denen Wildrosen samt Rankgerüst einzogen. Danach kamen ein Zierapfel, ein Säulenapfel und eine Mini-Süßkirsche hinzu – und so manches mehr. „Mittlerweile ist alles viel üppiger und ähnelt manchmal schon eher einer grünen Hölle“, sagt Elke Schwarzer mit einem Augenzwinkern. „Wenn ich die Rosen nicht rechtzeitig schneide, wachsen sie alle ineinander und das sieht dann aus wie bei Dornröschen.“

„Ohne Tiere geht es nicht“

Auch wenn die Stauden und Gehölze gern ihren eigenen Willen durchsetzen wollen, fühlen sich hier Vögel und Insekten wohl – und natürlich auch die stolze Gartenbesitzerin. „Ohne Tiere geht es nicht. Ein gemütlicher Platz zum Lesen für die menschlichen Bewohner ist aber auch wichtig“, ist die Diplom-Biologin überzeugt, die seit dem Jahr 2010 über ihren Garten bloggt.

Die Idee und die Motivation dafür waren einem eher unschönen Zufall geschuldet: „Durch die Wirtschaftskrise hatten wir in der Firma Kurzarbeit“, erinnert sich Elke Schwarzer. Die freie Zeit nutzte die leidenschaftliche Fotografin, um ihr Blog einzurichten, auf dem sie seitdem jede Woche unzählige Gartenfotos zeigt und etwas dazu erzählt. „Eigentlich habe ich der Krise viel zu verdanken, denn ohne sie hätte ich das Schreiben nicht für mich entdeckt und ganz sicher auch keine Gartenbücher verfasst“, sagt sie rückblickend. Auch der Name des Gartenblogs „Günstig gärtnern“ geht auf die damalige Situation zurück. „Die Leute mussten sparen und ich hatte schon ein paar Ideen, wie man im Garten Geld sparen kann“, erinnert sich die Gartenbloggerin. So zeigt sie, wie man mit natürlichen Materialien Nisthilfen für Wildbienen baut, ungewöhnliche Gefäße bepflanzt oder aus einer Pflanze gleich mehrere machen kann. Auch ihre Leser*innen steuern immer wieder Tipps bei, beim alljährlichen Foto-Wettbewerb.

Da sich die ursprüngliche Idee des Blogs aber nicht jede Woche und über so viele Jahre hinweg in neuen Artikeln beleuchten lässt, schreibt Elke Schwarzer inzwischen auch über Gartenbesuche, wilde Pflanzen oder Tiere im Garten – und das immer mit einer Prise Humor. Von ihren tierischen Mitbewohnern könnte sie endlos berichten, ebenso wie über ein anderes Thema: Kompost. „Durch das Kompostieren kann man seinem Garten so viel Gutes tun und gleichzeitig Müll vermeiden“, sagt die Diplom-Biologin. Darüber hinaus sei der Komposter immer ein Quell für allerhand Slapstick: „Nie ist die Frisur so zerrüttet und der Muskelkater so schlimm wie nach der ersten Kompost-Verteilaktion des Jahres.“


     guenstiggaertnern.blogspot.com 
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