Wie weit geht das eigene Grundstück? Eine Frage, die sowohl Häuslebauer*innen als auch Schrebergärtner*innen beschäftigt, wenn sie gerade ein Stück Land übernehmen. Schließlich will man ja nicht mit den Nachbar*innen, der Stadt oder der Gemeinde in Konflikt kommen – weil man in ihren oder sie in den eigenen privaten Bereich vordringen. Um die Grundstücksgrenze sichtbar zu machen, können Hecken, Mauern und Zäune helfen. „Ein Zaun auf der Grenze zeigt an, in welchem Bereich ich mein Grundstück in Schuss halten muss, und er bietet mir Schutz, zum Beispiel vor Wildtieren“, sagt Landschaftsgärtnermeister Tobias Aumann von Landschaftsdesign Aumann in Staatsforsten.

Vieles ist geregelt

Grundsätzlich darf im Bundesland Niedersachsen ein blickdichter Zaun bis zu 1,20 Meter hoch sein. „Alles, was darüber hinaus geht, muss mit dem Nachbarn abgesprochen werden oder entsprechend weit weg von der Grenze sein“, so Tobias Aumann. Die Höhe des Zauns ist aber nicht der einzige Knackpunkt, wenn man die Grenzen des Grundstücks sichtbar machen will. Im Nachbarrechtsgesetz gibt es weitere Vorschriften. Unter anderem ist darin geregelt, wer für die Einfriedung zuständig ist, wenn Grundstücke an einer Straße oder Wege unmittelbar nebeneinander liegen, wer sie bezahlen und sie letztlich wieder beseitigen muss.

  Auch die Optik ist unter bestimmten Aspekten geregelt. „Wenn zum Beispiel ein Holzzaun zwei unterschiedliche Seiten hat, muss man dem Nachbarn die schöne Seite zustellen“, sagt Tobias Aumann. Da die Vorschriften von Stadt zu Stadt und von Gemeinde zu Gemeinde unterschiedlich sein können, rät er dazu, sich vor dem Bau genau zu informieren oder eine*n fachkundige*n Landschaftsgärtner*in zurate zu ziehen.

Materialien kombinieren

Bei den Materialien für die Einfriedung haben Grundstückseigentümer*innen die Qual der Wahl. Neben den Kosten empfiehlt Tobias Aumann dabei auch den Pflegeaufwand, die Funktion und Langlebigkeit sowie das Zusammenspiel mit der Umgebung in Betracht zu ziehen. Kombinationen verschiedener Materialien können sich dabei als praktisch erweisen, zum Beispiel eine Verbindung aus Hecke und Maschendraht. „Der Maschendraht macht den Zaun undurchdringlich, wird aber vom Grün überwachsen“, so der Landschaftsgärtnermeister.

Aber auch sichtbare Kombinationen von Stein, Holz und Hecke sind möglich. Sie helfen, die Kosten moderat zu halten und das Gesamtbild aufzulockern – insbesondere wenn man als Eyecatcher eine große solitäre Pflanze oder eine schöne Figur integriert. „Der gestalterische Aspekt sollte bei der Einfriedung auf keinen Fall vergessen werden“, meint Tobias Aumann.

Grün, langlebig und stabil

Einfriedungen lassen sich auf verschiedene Weise gestalten. Landschaftsgärtnermeister Tobias Aumann von Landschaftsdesign Aumann und Gärtnermeister Thore Beeken von Aumann Garten & Wohnen aus Staatsforsten geben Tipps für die Materialauswahl.

Hecke

Hecken sind natürlich wachsende Einfriedungen mit Gehölzen. Je nach Art wächst sie schnell oder langsam, ist sie auch im Winter grün oder verliert ihre Blätter. „Neben Immergrün wie Eibe, Thuja und Kirschlorbeer gehören Hain- und Rotbuchen zu den klassischen Heckengewächsen, da sie sich gut schneiden lassen“, sagt Gärtnermeister Thore Beeken. Blühende Hecken, beispielsweise aus Weißdorn, Zierquitte, Johannisbeere und Hundsrose, können nicht nur das Auge, sondern auch Insekten und Vögel erfreuen. Sie bieten Nahrung, Nistmöglichkeiten und Unterschlupf.

Zaun

Zäune gibt es aus Metall oder Holz. Maschendraht gehört zu den günstigsten und schnellsten Möglichkeiten, einen Zaun zu ziehen. Stabile Metallzäune sollten einbetoniert werden. Holzzäune gelten als aufwändig in der Pflege, da sie grundsätzlich regelmäßig mit Holzschutz imprägniert werden sollten. Setzt man Holzpfähle direkt in den Boden, kann nach einigen Jahren die Standfestigkeit leiden: „Das Material zersetzt sich in der Erde“, sagt Landschaftsgärtnermeister Tobias Aumann. Neben Nadelholz bietet sich auch Weide an, aus der man Umfriedungen und Einfassungen flechten kann. Zäune lassen sich mit Grünpflanzen kombinieren, indem man sie beispielsweise als Rankgitter für Efeu, Bohnen oder Wicken nutzt.

Mauer

Mauern bestehen in der Regel aus Steinen, die aufeinander gelegt werden. Je nach Bauweise werden sie mit Mörtel verbunden oder trocken verlegt. Als Material dienen Beton- oder Natursteine wie Schiefer, Muschelkalk oder Sandstein. Als Trockenmauern konzipiert können sie sich zu kleinen Biotopen entwickeln. „Je nach Standort wachsen auf der Oberfläche Moose, Fugen und Lücken lassen sich mit Farnen und genügsamen Sukkulenten bepflanzen und bieten Tieren wie Eidechsen, Wildbienen und anderen Insekten einen Lebensraum“, sagt Thore Beeken. Mauern lassen sich auch aus Gabionen bauen – Drahtgestellen, die mit Steinen gefüllt werden. Anders als Trockenmauern lassen sich diese nicht mehr begrünen: „Das Wasser verdunstet zu schnell“, so der Gärtnermeister.


Mehr Infos: oder   www.landschaftsdesign-aumann.de  oder   www.aumann-gartenundwohnen.de 
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.