Der Blick auf die Insektenwelt hat sich verändert. Wurden die Raupen, Läuse, Wespen und allerlei Käfergetier ebenso wie ungeliebte Wildkräuter lange Zeit als lästige Schädlinge mit allen Mitteln aus dem Garten verbannt, werden jetzt allerorts Blühwiesen angelegt, um die schillernd-bunte Insektenwelt als Nützlinge wieder anzulocken.

Bienen haben eine zentrale Bedeutung bei der Bestäubung unserer wichtigsten Nutzpflanzen – und damit unserer Ernährungsgrundlagen. Ihr Lebensraum wird jedoch knapp. Es fehlt es an Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten. Gründe sind die Intensivierung der Landwirtschaft, zunehmende Wohnbebauung und Bodenversiegelung. Allein in Deutschland gelten mehr als die Hälfte der etwa 600 Wildbienenarten als gefährdet. Anders sieht es bei der Honigbiene aus, die der Mensch gezüchtet hat. Die Zahl der Völker nimmt seit Jahren wieder zu, weil mehr Menschen das Imkern als Hobby entdeckt haben.

Weniger ist mehr!

Der Weltbienentag soll auch mit dem Vorurteil aufräumen, eine bienenfreundliche Fläche sei mit großem Aufwand verbunden. Um neue Lebensräume für die Hautflügler zu schaffen, braucht es statt „aufgeräumter“ Gärten mehr einheimische Pflanzenarten und auch die zu Unrecht ungeliebten Wildkräuter.

Wer also Bienen unterstützen, etwas für die Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren überhaupt tun will, kann in erster Linie zunächst mal etwas sein lassen: Im eigenen Garten wilde Ecken stehen lassen, weniger und seltener mähen. Viele Sträucher und Beeren blühen erst an Trieben vom vergangenen Jahr – vom Liguster bis zur Himbeere: Sie sollten also auch nicht ständig geschnitten werden. Nicht zu unterschätzen ist auch der Durst der Bienen: Flaches Wasser mit Steinen und etwas Sand am Rand nutzen sie gerne, um zu trinken.

Was im Supermarkt gekaufte oder selbstgebastelte „Insektenhotels“ vereinen, lässt sich auch einzeln im Garten anbieten: Wildbienen finden Unterschlupf in sauber geschnittenem Bambus und anderen hohlen Stangen und Stängeln, in abgestorbenen Ästen und Stämmen, offen abgestochenen Erdboden-Kanten, Mauerlücken und Steinstapeln. Oft lassen sich schon nach wenigen Wochen oder Monaten erste Tiere nieder.

Wildbienen ernähren sich ausschließlich von Nektar und Pollen. Das Besondere dabei ist: Viele Arten sind im Gegensatz zur Honigbiene auf den Pollen ganz bestimmter Pflanzenarten angewiesen, um ihre Nachkommen zu versorgen.

Wildbienen haben nur wenig Zeit für die Fortpflanzung, sie leben nur etwa vier bis sechs Wochen. Deshalb ist es Zeit für ein besseres Image dieser plüschigen, wilden Spezies.

Der 20. Mai ist zum einen der Geburtstag des Slowenen Anton Janša (1734-1773), der weltweit als Pionier der modernen Imkerei und Bienenzucht gilt. Zum anderen Mitte Mai die neu geschlüpften Königinnen begattet, der Höhepunkt des Bienenjahres auf der nördlichen Hemisphäre; auf der südlichen Hemisphäre findet zu dieser Zeit die Honigernte statt.

Swantje Sagcob Redakteurin / Sonderthemen Redaktion
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