Für den 1. Mai eine grüne Birke als Maibaum zu finden, das sei in seiner Kindheit noch eine Herausforderung gewesen, meint Olaf Schachtschneider. „Heute treiben die Birken bereits Anfang April, also vier Wochen früher aus als damals.“ Ein Frühling, der 14 Tage früher beginnt, ein Herbst, der 14 Tage später kommt: Das alles sind für ihn Anzeichen dafür, dass sich das Klima verändert. „Der Klimawandel ist nicht mehr wegzureden“, sagt er, „doch er wird leider immer noch stark verharmlost.“

Viel könnte er erzählen über diese Themen, die ihn privat, aber auch beruflich bewegen. Über Insektensterben. Über Öko-Gardening. Und natürlich über den Klimawandel. „Damit könnte ich die nächsten 200 Ausgaben der NWZ Gartenwochen füllen.“

Trockenheit ist ein Problem

Doch so viel Zeit hat er dafür derzeit nicht. Gerade im Frühjahr kommen viele Gartensitzer*innen zu ihm auf den Pflanzenhof in Dötlingen-Aschenstedt. Sie wollen einkaufen, aber auch um Rat fragen. „Spätestens nach dem letzten heißen Sommer sind viele Kunden aufgewacht und fragen ganz speziell nach trockenresistenten Pflanzen“, sagt er. Die Gründe dafür seien unterschiedlich: „Viele wollen und können nicht immer gießen und möchten trotzdem keine Schotterwüste im Hausgarten. Zudem sind in den letzten Sommern viele Pflanzen im Hausgarten vertrocknet.“

Zu den Verlierern der sich ändernden Klimaverhältnisse gehört für ihn der Lebensbaum. „Ursprünglich in feuchten Regionen beheimatet, kamen die Pflanzen über Jahrzehnte mit unserem Klima klar – erst die letzten zwei Sommer waren so heiß und so trocken, dass sie ohne Wässern eingegangen sind“, so der Gärtnermeister. Daher suchen die Gartenbesitzer*innen nach einem Ersatz.

Alternativen im Test

Und auch Olaf Schachtschneider hält Ausschau nach Alternativen. Fündig wird er beispielsweise im Kaukasus und in den Rocky Mountains – Regionen, in denen es sehr heiß und trocken ist und es auch im Winter sehr kalt werden kann. „Diese Pflanzen testen wir anschließend über Jahre bei uns im Privatgarten und bei ausgewählten Kunden, um anschließend verlässliche Aussagen treffen zu können“, erzählt der Experte.

Auf diese Weise finden schließlich „Gewinner-Pflanzen“ den Weg ins Sortiment des Pflanzenhofs, die sowohl mit einem kalten Winter und auch einem trockenen Sommer ohne Probleme zurechtkommen. Schachtschneiders Geheimtipps: die Orangenblume ‘White Dazzler‘ (Choisya x dewitteana ‘White Dazzler’ ®, ‚Londaz’), die ursprünglich aus den trockenen Regionen Mexikos stammt, und der Steinquendel (Calamintha nepeta ‘Triumphator’) mit seinen nach Pfefferminz duftenden Blättern aus Südeuropa. „Beide sind übrigens beliebte Insektennährpflanzen“, so Schachtschneider.

Bodenpflege wird wichtiger

Doch nicht nur die richtigen Pflanzen werden auch künftig einen Garten ergrünen und erblühen lassen. Auch an die Basis gilt es zu denken, mahnt der Gärtner, sprich: den Boden. „Wenn der Boden nicht in der Lage ist, Feuchtigkeit und Nährstoffe zu speichern, muss er unbedingt verbessert werden“, so Schachtschneider.

Torf und Blumenerde eignen sich dafür aus seiner Sicht aber nicht. Vielmehr rät er zu Dauerhumus, da dieser – wie der Name schon sagt - dauerhaft im Boden verbleibe und ihn somit langfristig verbessere. „Hauseigener Kompost enthält Dauerhumus. Wer keinen Kompost hat, kann auch Bio-Rindenhumus kaufen.“.

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