Riehe Ganz ruhig hält Hermann Tönjes die Umlarvnadel in der Hand. Langsam nähert er sich mit der Nadelspitze der winzigen Larve. Er bekommt sie zu fassen, hebt sie vorsichtig aus der Zelle der Bienenwabe und setzt sie in das kleine Weiselnäpfchen, das Schulungsleiter Jürgen Stöver bereithält. Leicht ist das nicht, schließlich ist die Larve lediglich einen Millimeter groß und beinahe durchsichtig. Aber es geht gut. Der Großimker aus Havekost macht das nicht zum ersten Mal.

Blick hinter die Kulissen

Zu einem Tag der offenen Tür lädt der Imkerverein Delmenhorst und Umgebung für Sonntag, 6. August, von 11 bis etwa 18 Uhr. Die Veranstaltung findet auf dem Vereinsgelände, Riehe 12 in Ganderkesee-Riehe, statt.

Sechs Imkerinnen und zwölf Imker aus dem Gebiet des Landesverbandes Weser-Ems nehmen derzeit an der Schulung „Königinnenzucht“ des Imkervereins Delmenhorst und Umgebung teil. Am Samstag stand auf dem rund 9000 Quadratmeter großen Vereinsgelände in Riehe das Umlarven im Mittelpunkt.

Bereits Mitte Juni hatte jeder Teilnehmer ein eigenes Bienenvolk auf dem Vereinsgelände aufgestellt. Mithilfe von Jürgen Stöver, Schulungsleiter und Vorsitzender des Imkervereins Delmenhorst und Umgebung, entnahmen sie aus den Bienenvölkern die Königin sowie sämtliche Eier und Larven, und brachten sie zurück an den Heimatstandort. „Die übrigen Bienen stellen innerhalb kürzester Zeit fest, dass die Königin fehlt, und ziehen aus den noch vorhandenen Eiern und jungen Larven eine neue Königin“, erklärt der 2. Vorsitzende des Vereins, Dirk Hoffmann.

Dazu setzen die Züchter bis zu 20 sehr junge Larven einer leistungsgeprüften Königin in das Volk – so wie am Samstag Hermann Tönjes. Der nimmt gleich eine ganze Reihe der Weiselnäpfchen, die er gerade vorsichtig mit Larven gefüllt hat, und hängt die in seinen Bienenstock. „Die Bienen werden nun sofort mit der Fütterung der Larven beginnen und Königinnen heranziehen“, erklärt der 67-Jährige. Das Bienenvolk wird später auf die frisch geschlüpften Königinnen aufgeteilt und in sogenannte Begattungskästen gegeben. Die Paarung läuft kontrolliert: Die Kästen werden auf bienenfreie Inseln wie Wangerooge, Langeoog, Norderney und Juist gebracht.

Nach der Begattung erhält der Imker die Königinnen zurück und kann mit ihnen neue Bienenvölker aufbauen, ältere Königinnen ersetzen und im kommenden Jahr die Zucht fortsetzen. Das will auch Hermann Tönjes, der rund 40 Bienenvölker besitzt: „Mit der Zucht wollen wir unter anderem erreichen, dass die Bienen friedlich sind und der Honigertrag hoch ist.“


Mehr Infos unter   www.imkerverein-delmenhorst.de 
Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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