Stenum Besonders groß ist es von außen nicht, das Timotheus-Haus in Stenum. Doch hinter der Fassade findet viel Gemeindeleben statt, mit Gottesdiensten, Konzerten, Lesungen und Frühstücken. Einer Frau ist es zu verdanken, dass diese Veranstaltungen immer wieder einen Platz im Kalender der ev.-luth. Kirchengemeinde finden: Marlies Tesch ist Küsterin, Organisatorin und ehemalige Hauswartin.

„Ich bin seit drei Jahren in Rente“, sagt Tesch, „aber die Arbeit macht mir noch so viel Spaß wie am ersten Tag.“ Im Timotheus-Haus ist sie seit 29 Jahren im Einsatz für die Gemeinde. „Am 1. Januar 1990 habe ich angefangen“, erinnert sie sich. Mittlerweile wurden ihre Arbeitsstunden reduziert und Mitarbeiterin Sabrina Büntjen hat die Tätigkeit als Hauswartin übernommen, aber aus der Gemeindearbeit zurückziehen will sich die 68-Jährige noch nicht. „Einfach aufhören, das könnte ich nicht“, gesteht sie, „dazu müsste ich wegziehen.“

Viel Arbeit durch Vakanz

Zumal sie aktuell noch in besonderem Maße gefordert ist: Die Pfarrstelle in Stenum war fast ein Jahr lang vakant, nachdem Pastor Eckhard Dreyer in den Ruhestand ging. Die neue Pastorin Julia Klein wird wohl erst im Herbst ihre Stelle antreten, da das Pfarrhaus noch in Bau ist. „Die Gottesdienste wurden gut aufgefangen“, berichtet Tesch, „da sind Leute aus dem Ruhestand eingesprungen.“

Kalender gut gefüllt

Alle anderen Veranstaltungen stemmt Marlies Tesch seitdem zusammen mit Mitgliedern des Gemeindekirchenrats und Ehrenamtlichen. „Unser Kalender ist gefüllt“, freut sie sich. Ideen für Ausflüge entwickelt sie selbst, dank der Hinweise ihrer „Informanten“, die sie über interessante Orte und Ereignisse auf dem Laufenden halten.

Eine Kerngruppe von rund zehn Ehrenamtlichen unterstützt die Arbeit in Stenum. „Wir haben viele, die immer bereit sind einzuspringen und sich die Zeit dafür nehmen“, lobt Tesch. Der gemeinsame Aufwand lohne sich, wie sie betont: „Bei uns sind alle Veranstaltungen ausgebucht. Hier ist ein Ort, an dem Leute zusammenkommen.“

Tür ist stets für alle offen

Das Timotheus-Haus sei aber auch für diejenigen da, die nicht Mitglieder der ev.-luth. Kirchengemeinde sind. „Unsere Tür ist immer für alle offen, hier ist jeden Tag was los“, sagt Tesch. Gemütlichkeit ist ihr dabei wichtig. „Nach einem Konzert trinken die Gäste vielleicht noch ein Glas Wein zusammen“, erzählt sie, „oder wir sitzen mit einem Kaffee in der Küche.“

Mit Menschen arbeitet Tesch gerne zusammen. „Den ganzen Tag am Schreibtisch, das ist nichts für mich.“ Das merkte die gelernte Einzelhandelskauffrau schon vor ihrer Kirchenarbeit. „Ich war oft auf Messen, das hat mir immer Spaß gemacht.“

Zur Arbeit mit Menschen gehört auch das Spenden von Trost. „Leute, die Kummer haben, kommen oft zu mir“, sagt Tesch. Im Notfall ist sie nie weit weg, da sie nur ein paar Straßen neben dem Timotheus-Haus wohnt. „Da kann ich mich mal eben aufs Fahrrad setzen.“

Rückhalt durch Familie

Ohne ihre Familie könnte Marlies Tesch ihre Arbeit nicht machen, sagt sie. „Mein Mann und meine Kinder stehen hinter mir, anders geht es auch nicht, wenn man es mit Herzblut machen will.“

Arne Haschen Redakteur / Redaktion Norden
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