Stenum Für leidenschaftliche Predigten ist Eckhard Dreyer bekannt. Dass er aber für seine jüngste Predigt anhaltenden Beifall erhielt, überraschte den Geistlichen am Pfingstmontag sichtlich: „Das war das erste Mal!“, kommentierte er die Reaktion der Zuhörer schmunzelnd.

Es mag dem Anlass geschuldet gewesen sein, dass die Besucher des Festgottesdienstes applaudierten – schließlich galt es Dreyer als Pastor der ev.-luth. Kirchengemeinde Ganderkesee in den Ruhestand zu verabschieden. Doch die emotionale Reaktion der Zuhörer machte auch die große Wertschätzung deutlich, die dem 63-Jährigen entgegengebracht wird. Nicht nur der Kirchenraum des Timotheus-Hauses war am Montag voll besetzt mit Gemeindegliedern, Freunden und Wegbegleitern Dreyers, sondern auch die Flure.

Begonnen hatte Dreyer seine Laufbahn in Holle-Wü­sting. Vor 27 Jahren wechselte er nach Ganderkesee und dann vor elf Jahren nach Stenum. Bevor ihn Oberkirchenrat Thomas Adomeit zusammen mit Kreispfarrer Bertram Althausen entpflichtete, lud der Vertreter im Bischofsamt den angehenden „Pfarrer in Ruhe“ ein, „weiterhin Gottes Geist unter die Menschen zu bringen“.

Und das tat Eckhard Dreyer mit seiner Predigt – die zugleich eine Bilanz darstellte. Er habe an allen seinen Stationen Menschen vorgefunden, die bereit waren, sich einzubringen und Verantwortung zu übernehmen. Eindrücklich in Erinnerung geblieben sei ihm der Gottesdienst mit mehreren hundert Schülern nach dem 11. September 2001. Dieser habe gezeigt, dass Kirche eine Antwort auf die Suche nach „dem Anderen“ geben könne.

Den Gottesdienst am Pfingstmontag hatten die übrigen vier Pfarrer der Kirchengemeinde Ganderkesee zusammen mit Pastorin Susanne Wöhler von der Kirchengemeinde Schönemoor, der Stenumer Kirchenchor sowie der Sänger und Akkordeonist Fred Molde gestaltet. Doch nicht nur sie gaben Dreyer die besten Wünsche mit auf den weiteren Weg, sondern auch Vertreter der katholischen Gemeinde – allen voran Pfarrer Norbert Lach, der von zahlreichen ökumenischen Reisen mit seinem guten Freund Eckhard Dreyer berichtete.

Rosemarie Boekhoff dankte Dreyer im Namen der Stenumer Kirchenältesten und Mitarbeiter für „eine wirklich gute Zeit“. Sie stellte die große Offenheit und menschliche Zugewandtheit heraus, mit der Dreyer vor elf Jahren nach Stenum gekommen sei. Gleichwohl habe sich die Gemeinde auf seinen „eigenen Stil“ einstellen müssen.

Ganz und gar entbehren müssen die Stenumer „ihren“ Pastor vorerst noch nicht: Am 10. Juni wird er im Timotheus-Haus den Gottesdienst zur Verabschiedung der Kirchenältesten halten.

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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