GANDERKESEE Binnen 20 Minuten wurde das Rathaus gestern zur „schlipsfreien Zone“. Fachbereichsleiter Rohlfs versuchte zu entkommen – vergeblich.

Von Karsten Kolloge GANDERKESEE - „Was ist das denn fürn Ensemble? Von Opa aus dem Schrank gemopst?“ – Ganderkesees Faschingsprinzessin Kerstin Werres schaute gestern amüsiert auf den jungen Schlipsträger ihr gegenüber. Und kaum gesagt, – „schnapp“ – da war‘s um die alte Krawatte auch schon geschehen. Schließlich war gestern Weiberfastnacht – und da haben Krawattenträger in Ganderkesee einen schweren Stand.

Traditionsgemäß hatten die Prinzessin und die vier Ehrendamen ihre Jagd im Rathaus begonnen. Gerade noch rechtzeitig war dort der Erste Gemeinderat Rainer Lange von Mitarbeiterinnen vorgewarnt worden. Schnell war er nach Hause gefahren, hatte den edlen Binder gegen einen vom Grabbeltisch ausgetauscht. Anders Bürgermeister Gerold Sprung: Faschingserfahren (Sprung opferte seinen mittlerweile 29. Schlips), hatte er sich schon am Morgen ein reichlich abgenutztes Stück umgebunden.

„Dramatische Szenen“ spielten sich wenig später in den Zimmern und auf den Fluren des Verwaltungsgebäudes ab. Fachbereichsleiter Friedrich Rohlfs versuchte, mit sichtlichem Vergnügen, zu entkommen – wurde aber von Ehrendame Christina Tönjes jäh gestoppt. Und im Fachbereich Gemeindeentwicklung bat der gerade telefonierende Peter Stein: „Bitte, bitte nicht die Schnur durchschneiden.“

Nach 20 Minuten war das Rathaus „schlipsfreie Zone“ – jedenfalls fast. Jetzt gab Verwaltungsmitarbeiterin Rita Fröhlich den Damen solidarisch Schützenhilfe: „Eine Treppe hoch, rechts, eins der letzten Zimmer, Kleinert.“

Weniger erfolgreich waren die fünf Krawattenjägerinnen bei der Polizei. „Hier trägt keiner Schlips“, versicherte Polizeikommissar Wolfgang Bahr – dennoch schauten die Damen sogar in den Zellen nach, ob das auch stimmte.

Anschließend kamen die Damen und Prinz Peter II. (Abel) in die NWZ-Redaktion, plauderten hier ein wenig über das Erlebte. Ganz hin und weg waren sie noch von den Büttenabenden. Das Programm und das Drumrum seien ein Erlebnis gewesen.

Teils habe man sich allerdings mit weniger als einer Stunde Schlaf pro Nacht bescheiden müssen, um morgens rechtzeitig beim Friseur zu sitzen. Also eine anstrengende Zeit? Prinzessin Kerstin wollte das so nicht stehen lassen. „Schöner Stress“ sei das, sagte sie, keineswegs müde.

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