Rethorn Gute Nachrichten für die Anwohner des Kamerner Sees sowie der beiden Privatteiche am Schwanen- sowie am Bachstelzenweg: Die Behörden planen einen neuen Sandfang. Die Zuständigkeit sei zwar unklar, sagte Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg am Montag, die Gemeinde, der Landkreis sowie der Ochtumverband seien sich aber einig, dass hier etwas passieren müsse. Ein privater Bauträger habe den Sandfang damals errichtet, Unterlagen darüber gebe es keine.

Die Behörden wollen auch die Kosten teilen. Die Höhe stehe bisher noch nicht fest. Auch wann die Anwohner mit einem neuen Sandfang rechnen können, lasse sich derzeit noch nicht sagen.

In der vergangenen Woche hatten Anwohner der drei Gewässer bei einem Ortstermin mit den Grünen deutlich gemacht, dass nicht nur ein privater Teich, sondern drei Gewässer durch dreckiges Wasser aus der Kamerner Bäke verunreinigt werden: Das dreckige Wasser fließe aus der Kamerner Bäke durch einen Sandfang, der das Wasser nicht ausreichend filtern kann, in den Privatteich am Schwanenweg und von dort in den Kamerner See. Von hier pumpen es die Anwohner am Bachstelzenweg und umzu schon seit Jahrzehnten in ihren Teich, da der keinen Zulauf hat und sonst austrocknet, da das Wasser versickert.

Finke hatte sich am Montag mit Cord Wübbenhorst und Cord Schütte vom Ortslandvolkverband Ganderkesee sowie Bernhard Wolff vom Kreislandvolkverband Oldenburg zusammengesetzt. Mit dabei war auch der von den Anwohnern des Kamerner Sees sowie der beiden Privatteiche als Verursacher für die Verschmutzung beschuldigte Landwirt, der nicht namentlich genannt werden möchte, da er schon beschimpft worden ist. Denn die Anwohner sind sich sicher, dass neben Oberflächenwasser aus den benachbarten Wohngebieten auch Gülle vom Hof des Landwirtes in die Kamerner Bäke fließt.

Verständnis für Anwohner

Den Hofbesitzer treffe keine Schuld, sagten nicht nur die anwesenden Landwirte, sondern auch Gerrit Finke. „Die Behauptung, von dem Hof sei Gülle in den Teich geflossen, sehen wir als Diffamierung des Landwirtes und seiner Familie“, sagte Wolff. „Aus Sicht der Anwohner kann ich das verstehen, da kommt die stinkende Brühe an“, so Wübbenhorst, „aber dass der Landwirt Verursacher ist, ist sachlich falsch.“ Rund um die Kamerner Bäke gebe es ein starkes Gefälle, erklärte Schütte, aus ganz Rethorn, aber auch aus Teilen Bookholzbergs fließe das Wasser bei starkem Regen in die Kamerner Bäke. Über Jahre hätten sich so unter anderem Sand und Blätter im Privatteich am Schwanenweg gesammelt. Starkregen wirbele dann den Schlamm auf. Vermutlich sei es so auch zum Fischsterben gekommen, sagte Wübbenhorst.

Als sich die Anwohner im Oktober beschwert hätten, habe er den Hof überprüft, berichtete Finke. „Ich konnte nicht ausschließen, dass auf der Hofstelle etwas passiert ist.“ Er habe den Landwirt aufgefordert, seinen Hof zu reinigen. „Im November haben wir wieder kontrolliert und der Hof war blitzblank.“ Seitdem habe es mehrere Kontrollen, aber keine Beanstandungen gegeben, so Finke. Boden- und Wasserproben sowie Nährstoffbilanzen auf dem Hofgelände seien in Ordnung gewesen. Gemeinsam mit dem Landwirt habe er sogar Lösungen gefunden, die Sandeinträge in die Kamerner Bäke zu minimieren. Das sei etwa durch geänderte Pflugrichtungen auf den Äckern möglich.

„Wo beackert wird, hat jedes Gewässer eine Grundlast“, so Finke. Die Verschlammung sei ein natürlicher Prozess. Fäkalkeime, wie sie ein Gutachten des Labors für Chemische und Mikrobiologische Analytik bestätigt, das die Anwohner des Schwanenwegs in Auftrag gegeben hatten, kämen in allen Gewässern vor.

Werte in Ordnung

Auch im Privatteich am Schwanensee hatte der Landkreis mehrfach Wasserproben genommen, so Finke. Der CSB-Wert, der die Menge an Sauerstoff kennzeichnet, welche zur Oxidation der gesamten im Wasser enthaltenen organischen Stoffe verbraucht wird, habe jedes Mal bei rund 60 Milligramm pro Liter gelegen. Zum Vergleich: Der Grenzwert für gereinigtes Abwasser aus Kläranlagen liege bei 150 mg/l.

Dass der Sandfang seiner eigentlichen Funktion nicht gerecht wird, da sind sich die Männer einig. Finke stellt aber klar: Auch nach der Vergrößerung des Sandfangs werden etwa Blätter und ähnliches weiterhin in den Privatteich gelangen. Im Sandfang setze sich lediglich Sand ab.

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1. Bericht

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3. Bericht

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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