Rethorn Der Sandfang an der Kamerner Bäke vor dem Privatteich am Schwanenweg soll erneuert werden. Landkreis, Gemeinde und Ochtumverband wollen sich die Kosten teilen – das hatte Gerrit Finke vom Amt für Bodenschutz und Abfallwirtschaft des Landkreises Oldenburg am Montag bekanntgegeben. Diese Lösung hält Dr. Volker Schulz-Berendt, Fraktionsvorsitzender der Ganderkeseer Grünen, für unzureichend.

Der Sandfang reduziert laut Schulz-Berendt nur den Eintrag von Sand, nicht aber Nährstoffeinträge. Infolge des Klimawandels, so Schulz-Berendt, sei immer häufiger mit Starkregen zu rechnen, der „Fremdstoffe“ in die Kamerner Bäke spüle. Darauf hatte auch Finke hingewiesen, jedoch betont, dass Nährstoffe nur in natürlichem, unbedenklichem Maße in den Teich fließen würden.

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende, der sich mit den Anwohnern Ende Juni zu einem Ortstermin getroffen hatte, verweist hingegen auf das Gutachten, das Anwohner in Auftrag gegeben hatten: „Proben, die am 17. 10. 2017 durch Mitarbeiter des Labors für Chemische und mikrobiologische Analytik (Lafu) von dem angrenzenden Feld, dem Sandfang und dem Teichwasser in der Nähe des Zulaufs entnommen wurden, zeigen deutliche Konzentrationen an Coliformen Bakterien, Eschericia coli und Enterokokken, welche als Fäkalindikatoren gelten. Zusammen mit den ebenfalls erhöhten Werten für Ammonium, Nitrat und Nitrit belegen diese Befunde, dass erhebliche Mengen von Gülle aus dem benachbarten Feld in den Sandfang und von dort in den See am Schwanenweg gelangt sind.“

Genau diesen Vorwurf hatte der betroffene Landwirt am Montag gemeinsam mit Vertretern des Landvolkverbandes von sich gewiesen. Unterstützung bekam er auch von Gerrit Finke, der ebenfalls nicht davon ausgeht, dass Gülle die Ursache ist.

Schulz-Berendt verweist aber nicht nur auf das Gutachten: „Dies wird darüber hinaus von Anwohnern untermauert, die einen überdurchschnittlich intensiven Güllegeruch während eines längeren Zeitraumes wahrgenommen haben.“

Schulz-Berendt wirft Finke und den Vertretern des Landvolkverbandes ein Ablenkungsmanöver vor: „Die zum Teil fantasievollen Erklärungen von Herrn Finke (Landkreis) und Herrn Wübbenhorst (Landvolkverband), die Einträge seien durch Blätter oder ähnliches verursacht und das Fischsterben auf das Aufwirbeln von Schlamm aus dem Sediment des Sees am Schwanenweg zurückzuführen, sollen davon ablenken, dass die konventionelle Landwirtschaft ganz erheblich zur Umweltverschmutzung beiträgt“, so der Grünen-Fraktionsvorsitzende.

Es sei plausibel, dass der benachbarte Landwirt am Gülleeintrag beteiligt sei, so Schulz-Berendt, „weil er die angrenzenden Flächen bearbeitet und kurz vor dem Auftreten der Umweltbelastung in den Kamerner See auf diesen Flächen Gülle ausgebracht wurde“. Er betont aber, dass es den Anwohnern nicht darum gehe, einen Schuldigen zu finden, sondern darum, die Verunreinigung zu stoppen. Er halte es für wirksam, die Bewirtschaftung der Flächen im Einzugsgebiet auf ökologische Landwirtschaft umzustellen.

Wichtig sei aber vor allem ein „Puffer“ vor dem Teich am Schwanenweg, „der bei Starkregen das Wasser der Kamerner Bäke zurückhält und dadurch eine Einleitung bei zu hoher Schadstofffracht verhindert“. Vor dem Bau eines neuen Sandfangs müsse ein Gesamtkonzept diskutiert werden, fordert Schulz-Berendt. An dieser Diskussion sollten die Anwohner beteiligt werden.

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Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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