SCHöNEMOOR Hermann Bokelmann räumte es am Freitagabend im Schönemoorer Dorfkrug ganz freimütig ein. Hochdeutsch, das sei für ihn quasi eine „Fremdsprache“, die er erst in der Schule lernte. Denn seine Mutter hatte mit ihm nur „up Platt“ geredet. Am Freitagabend genoss es der frühere Landrat, einmal „wieder so richtig“ in seiner Muttersprache zu schnacken: Bokelmann war Ehrengast beim „Plattdüütsch leevt-Abend“ von Orts- und Verkehrsverein sowie Kameradschaftsbund Schönemoor.

Schnell hatte der SPD-Mann Bokelmann die Lacher auf seiner Seite, als er vor den etwa 100, überwiegend älteren Besuchern die Spezies der Politiker unter die Lupe nahm. Er selbst sehe sich ja als Realist, nicht als Linker. „Linke sind bei mir die, die noch immer das Geld verteilen wollen, das sie schon vor zehn Jahren ausgegeben haben.“

Auch Umweltminister Sigmar Gabriel bekam sein Fett weg. „Wegen einer Sitzung extra mit einem Düsenjäger von Mallorca nach Berlin und zurück“ – bei solcher Praxis könne nur daran erinnert werden, wie früher auch für Kreistagsmitglieder „Fahrpläne“ verteilt wurden: „Einer musste fahren und die anderen mitnehmen.“

Einen Schlenker machte der Ehrengast über Südoldenburg. „Mit ihrem Gottvertrauen haben die da ja eine ganz andere Mentalität.“ Welche? „Die handeln ja auch nach der Devise: , Lever bichten als verzichten’ oder ,Lever ’n gesunde Verdorbenheit, als eine verdorbene Gesundheit’.“

Wie bei den plattdeutschen Abenden in Schönemoor üblich, trug der Kreis aus Marianne Schöneboom, Anni Schlüter, Irmgard Lübbe, Henni Ehlers, Helmut Otte und Reinhardt Kirchhoff wieder allerlei Geschichten vor – Humorvolles, aber auch nachdenklich Stimmendes. Als Gast griff Ratsherr Hillard Bley zum Mikro, er hatte die Geschichte von einem Verkaufsgenie im Gepäck. Zur Auflockerung wurde gesungen, wobei Fred Molde mit seinem Akkordeon den Saal begleitete.

Wie beliebt die plattdeutschen Abende sind, machte Moderator Harm Ehlers an zwei Zeiten fest: Die ersten Gäste der um 20 Uhr beginnenden Veranstaltung hätten bereits um 18.20 Uhr im Saal gesessen – und die letzten seien um 3.30 Uhr in der Früh aufgebrochen.

Schwieriger als erwartet gestaltet sich das Vorhaben, für den plattdeutschen Abend am 7. November den NDR-Moderator Yared Terfa Dibaba zu verpflichten. „Aber wir sind am Ball“, sicherte Ehlers zu.

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