Kühlingen Flächenmäßig ist die Bauerschaft Grüppenbühren eine der größten in Ganderkesee. Das zeigt sich auch in den Anfängen des örtlichen Schulwesens: Zeitweise gab es für die Dorfkinder zwei Schulen.

Erster Schulleiter 1722

Im Jahr 1722 ist Bernd Meyer als erster Schulleiter für Grüppenbühren I aktenkundig. 15 Jahre später gab es in Grüppenbühren II (reicht im Norden ans heutige Bookholzberg) eine zweite Schule, über die sich Meyers Nachfolger, der Brinksitzer Johannes Gramberg, bitter beschwerte: Die dortigen Lehrer, Vater und Sohn Wilke und Gerd Timmermann, würden ihm die Schulkinder und damit das Schulgeld abgreifen.

Vor allem zur Sommerzeit gab es in Grüppenbühren damals wenige oder keine Schüler, weshalb viele Lehrer sich als „Hollandgänger“ (Erntehelfer) im Nachbarland etwas dazuverdienen mussten.

Im Jahr 1802 wird in Kühlingen dann das erste eigene Schulhaus gebaut – Unterricht fand davor in privaten Räumen statt. 1846 wurden Grüppenbühren und Bookhorn zu einer Schulacht vereint, was bis 1911 anhielt. Die Schule in Grüppenbühren II brannte 1908 ab und wurde durch die sogenannte „Sandschule“ ersetzt.

Nach Krieg eingeschult

1945, zum Ende des Zweiten Weltkriegs, wurden die Nachbarsfreunde Horst Auffarth und Werner Grape in Grüppenbühren gemeinsam eingeschult. „Wir sind in der Regel immer zusammen den Weg gegangen“, erinnerte sich Auffarth. Allerdings brauchte sein Freund Werner morgens gerne etwas länger vor dem Spiegel, weshalb die beiden manchmal querfeldein eine Abkürzung über die Felder nahmen, wie er mit einem Schmunzeln ergänzte.

Befestigte Wege gab es im Umland lange Zeit nicht, erst in den 70er Jahren wurde in Kühlingen asphaltiert. „Im Herbst waren das ziemliche Matschwege“, wusste Grape.

Schule im Rückblick

Die Volksschule in Grüppenbühren Mitte der 60er Jahre:

Schulleiter: Gerhard Behrens Lehrerin: Irmgard Wuttke Oberklasse: 36 Unterklasse: 36

Viele Flüchtlingskinder

Gut im Gedächtnis geblieben ist den beiden Freunden noch der Zustrom von Kriegsflüchtlingen. Auffarth: „Fast jeder Hof hier in der Gegend musste welche aufnehmen. Wir waren insgesamt ja noch gut dran. Viele der Flüchtlingskinder waren barfuß.“ Die Integration vor Ort klappte seiner Erinnerung nach gut – nicht nur, dass es viele neue Kameraden im Klassenverband gab, der Kontakt zwischen den Familien bestehe teilweise noch bis heute.

Im Unterricht ging es damals herber zu, wenn die Klasse zu unruhig war: „Meine Lehrerin Frau Rykena hat mir mal den Hintern versohlt“, sagte Werner Grape. Jungen saßen damals rechts in der Klasse, die Mädchen links, um das Gekicher zu reduzieren, trotzdem gab es „ab und zu etwas auf die Finger“

Stark im Handball

In Sachen Sport machte den Grüppenbührener Schülern keiner etwas vor: „Handball war hier sehr stark“, erinnerte sich Grape. Mit zehn Jahren war man damals quasi pauschal dabei, ergänzte Auffarth. „Anfangs haben wir noch bei der Schule gespielt, später dann auf einer Weide.“ Die Schüler-A-Mannschaft sei damals im Handball „ungeschlagen“ gewesen, durfte aber nicht bei den Norddeutschen Meisterschaften mitmachen, wo sie vom VSK Bungerhof vertreten wurden. „Obwohl wir die vorher zweimal zu Null geschlagen hatten“, gab sich Grape wehmütig.

Zusätzlich wurde auch viel geturnt. „Im Gasthof ,Zur Linde’ standen damals auch Turngeräte für uns in einem Raum“, sagte Horst Auffarth. Zu den öffentlichen Turnveranstaltungen kamen alle Eltern ins Gasthaus.

1970 wurde die Grüppenbührener Schule im Zuge der Bildungsreform geschlossen, zwei Jahre später wurde dort dann ein Kindergarten eingerichtet. „Meine Tochter Meike war eins der ersten Kinder dort“, berichtete Horst Auffarth.

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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