Frage: Herr Gremlowski, gehen Sie zum Osterfeuer?
Gremlowski: In den vergangenen Jahren nicht mehr und ich habe es auch jetzt an Ostern nicht vor.
Frage: Wie sieht es denn mit der CO2-Bilanz eines Osterfeuers aus?
Gremlowski: Im Prinzip wie beim natürlichen Prozess: Pflanzen nehmen während ihres Wachstums Kohlendioxid aus der Luft auf und wenn sie irgendwann verrotten, setzen sie es wieder frei. Beim Verbrennen wird die gleiche Menge CO2 freigesetzt – aber erstens geschieht dies in einem sehr kurzen Zeitraum und zweitens an den Ostertagen auch noch an vielen Stellen gleichzeitig. Hinzu kommt noch Feinstaub.
Frage: Aber ist diese Menge nicht verschwindend gering im Verhältnis zum gesamten CO2-Aufkommen, das an den Ostertagen – unter anderem durch Verkehr und Heizen – in die Luft geht?
Gremlowski: Das mag schon sein, aber jedes Kilo CO2, das überflüssigerweise freigesetzt wird, ist eines zuviel. Es wäre alternativ möglich, die Grünabfälle, die über
Ostern verbrannt werden, zur
Energiegewinnung zu nutzen.
Diese hätten dann immerhin
noch eine positive energetische Wirkung. Andererseits: Ein geselliges Beieinander rund um eine Holzhackschnitzelanlage ist wirklich schwer vorstellbar.
Frage: Aus Reihen der Grünen gab es schon Forderungen, Osterfeuer aus Klimaschutzgründen zu untersagen. Wären Sie auch dafür?
Gremlowski: Als Klimaschutzmanager muss ich sagen: Ja. Ich erkenne aber an, dass Osterfeuer gelebtes Brauchtum in unserer Region sind. Nur in meiner Funktion habe ich ein Problem damit.
Frage: Können denn andere, die keine beruflichen Klimaschützer sind, guten Gewissens zum Osterfeuer gehen?
Gremlowski: Das muss jeder für sich entscheiden. Aber das zeigt ja auch den Kern des Problems beim Klimaschutz: Wenn wir wirklich etwas erreichen wollen, müssen wir mit bisherigen Gewohnheitsmustern brechen.
Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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