Hasbruch „Das ist klassisch“, sagt Rainer Städing, Regionaler Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten, bei einer Begehung des Hasbruchs. „Der Eichenwald treibt aus, die im Herbst gelegten Raupeneier schlüpfen und binnen weniger Tage ist der Wald kahlgefressen.“ An vielen Stellen verlieren Bäume im Hasbruch – vor allem Eichen – derzeit Blätter an Schädlinge. Es ist nicht das einzige Problem, aber das derzeit am besten sichtbare.

Die Population der sogenannten „Eichenfraßgesellschaft“, die hauptsächlich aus dem Eichenwickler sowie dem großen und kleinen Frostspanner besteht, nahm bereits im letzten Jahr zu. „Die neigen alle fünf bis acht Jahre zur Massenvermehrung“, erklärt Städing. Betroffen seien vorwiegend ältere Bäume, die dadurch nicht per se in Gefahr gerieten, langfristig aber Vitalität verlieren. „Zusammen mit der Trockenheit kann es dann zu Folgeschäden kommen“, so Städing. „Wir müssen das jetzt ständig beobachten und bewerten.“

Andere Probleme haben derweil die rund 30 000 Eichensetzlinge, die zwischen Jahresbeginn und April gepflanzt wurden. Städing: „Die Setzlinge sind sehr verbissgefährdet durch Rehwild.“ Es werde generell so gejagt, dass die Hauptbaumarten sich selber versamen können. Eichen seien allerdings so beliebt beim Rehwild, dass diese oft eingezäunt werden.

Im Hasbruch geht man indes einen anderen Weg. „Wir pflanzen größere Setzlinge mit etwa 1,20 Metern Höhe“ sagt Städing, „dann werden die sogenannten Gipfelknospen nicht von Rehen gefressen. Das klappt meistens gut.“ Ein Abfressen von seitlichen Knospen, wie es bei vielen jungen Setzlingen der Fall ist, sei für das langfristige Wachstum weniger ein Problem. Zusätzlich biete die Größe Schutz vor schnellwachsenden Kräutern und Gräsern sowie vor Trockenheit: „Weil die größeren Setzlinge 30 bis 40 Zentimeter tief eingepflanzt werden, sind sie weniger anfällig bei Trockenheit.“

Nach wie vor ist es allerdings zu trocken im Hasbruch. „Da haben auch die letzten Niederschläge nicht viel gebracht“, erklärt Städing. „Ausgewachsene Bäume fangen viel Regen ab. Bis der Waldboden wirklich feucht ist, muss es schon ordentlich regnen.“ Noch immer machen sich die fehlenden Niederschläge des vergangenen Sommers und Herbsts bemerkbar. „Im Moment arbeitet das Wetter uns zu, aber die Pflanzen können das auch gebrauchen“, so Städing.

Der Erhalt der Eichen ist für den Hasbruch in der sogenannten Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie vorgegeben, auch wenn der Bestand keineswegs natürlich ist. „Eichenwälder im Norden sind ,man-made’“, erklärt Städing, „denn Eiche versamt sich bei unseren Klimabedingungen kaum von selbst.“ Auch wenn sie kulturhistorisch gewachsen sind, seien Eichenwälder trotzdem ökologisch sehr wertvoll.

Nicht nur Eichen haben derweil mit Problemen zu kämpfen – Borkenkäfer suchen Fichten im Hasbruch heim. „Dieser Fichtenbestand ist ja eher ungewöhnlich“, gibt Städing zu bedenken. Er stammt aus Ersatzpflanzungen nach dem Zweiten Weltkrieg, nachdem andere Bäume für Reparationszwecke entnommen wurden. „Die Käfer fressen sich durch die Kambiumschicht“, erklärt Städing, „wenn die dort quer fressen, werden die Leitungsbahnen unterbrochen. Das ist dann der Exitus.“

Derzeit sei das Problem kein großes, weil der Fichtenanteil gering sei und die Witterung bisher eher kühl ausfiel. Städing: „Wir sind eigentlich froh, dass wir kein warmes Frühjahr hatten, aber wie man an diesem Baum sieht, gibt es trotzdem extrem viele Käfer.“

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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