Ganderkesee Von einem Massenphänomen zu sprechen, wäre etwas überzogen – aber beliebter als andernorts war im vorigen Jahr der Name Leon für neugeborene Babys. Vier Ganderkeseer Familien sorgten mit ihrer Namenswahl dafür, dass Leon im Gemeindegebiet Ben als beliebtesten Jungennamen abgelöst hat. Ben indes sei 2019 kein einziges Baby genannt worden, hat Gemeindesprecher Hauke Gruhn anhand der Daten des Bürgerbüros ermittelt.

Vielleicht setzen die Ganderkeseer mit ihrer Wahl einen neuen Trend: Bundesweit rangierte 2019 noch immer Ben auf Platz eins der beliebtesten Jungennamen, während Leon nur auf Position vier gelandet ist.

Dreimal vergeben wurden in Ganderkesee die Namen Elias und Liam (teilweise als Doppelname), Felix, Mats, Max und Theo. Finn und Fynn tauchen in der Statistik ebenso zweifach auf wie Aaron, Leo, Emil, Fiete, Henri, Jonas, Joshua, Marlo, Milan und Milo.

Zwei kleine Gretas

Bei den Mädchennamen spiegelt sich der Bundestrend in Ganderkesee wider: Der beliebtestes Vorname – wie schon 2018 ist das Emma – liegt auch hier vorn, jedoch zusammen mit dem Namen Ella, der im Bundesvergleich nur auf Platz neun landete. Jeweils drei kleine Emmas und Ellas wurden 2019 in Ganderkeseer Familien geboren. Je zweimal vergeben wurden Amelie/Amélie, Anastasia, Charlotte, Clara, Lilly, Merle, Mia, Mila, Sophie, Tilda, Yuna und Zoe/Zoé. Ebenfalls zwei Babys wurden Greta genannt – ein Name, der trotz der Medienpräsenz von Klimaaktivistin Greta Thunberg in den bundesweiten „Top 10“ überhaupt nicht auftaucht.

„Gar nicht mehr vergeben wurde der Name Lina, der 2017 noch der zweitbeliebteste Mädchenname war“, erklärt Gemeindesprecher Hauke Gruhn. Auch allerlei seltenere Vornamen wurden neu in Ganderkesee registriert: Als Beispiele nennt Gruhn Bjarne, Wotan, Marlon, Béla, Ragnar, Thor, Tjark, Tjarven, Ole, Thies, Enno oder Eik Thore.

251 Geburten gemeldet

All diese kleinen Neu-Ganderkeseer haben dazu beigetragen, dass die Zahl der in Ganderkesee gemeldeten Geburten 2019 leicht gestiegen ist: 251 Geburten wurden laut Gemeindesprecher Gruhn (bislang) für das Vorjahr gemeldet – neun mehr als 2018.

Von den Geburtenzahlen der 1960er-Jahre sei die Gemeinde noch ein großes Stück entfernt, dennoch halte die positive Entwicklung grundsätzlich an, meint Gruhn und nennt zum Vergleich die Daten der Jahre 2011 (195) und 2012 (215). „In den Jahren 2014 bis 2016 gab es auch jeweils rund 250 Geburten“, berichtet Gruhn. Einzig 2017 seien es mit 278 deutlich mehr gewesen. Bis etwa zum Jahr 2000 seien allerdings oft noch mehr als 300 Geburten verzeichnet worden. 230 der 251 „neuen“ Ganderkeseer haben die deutsche Staatsbürgerschaft, 21 eine ausländische, hat Gruhn außerdem ermittelt.

Weniger Sterbefälle

Dass Ganderkesee für 2019 mit 31 872 Erstwohnsitzen einen neuen Einwohnerrekord verzeichnet, ist auch auf den Rückgang der Sterbefälle zurückzuführen: 408 wurden 2019 verzeichnet, 2018 waren es 431. In den Jahren zuvor allerdings hatte die Zahl der Sterbefälle (2017: 403; 2016: 350; 2015: 328, 2014: 361, 2013: 372) noch deutlich niedriger gelegen. „Diese Zahlen lassen sich zum Teil durch die demografische Entwicklung erklären. Eine Rolle spielt aber auch die Tatsache, dass Todesfälle im Hospiz in Falkenburg in der Gemeinde Ganderkesee beurkundet werden, auch wenn einige Verstorbene von auswärts stammen“, erläutert Gruhn.

Dass die Einwohnerzahl gegenüber Ende 2018 um 245 gestiegen ist, führt Gruhn vor allem auf die Differenz zwischen Zu- und Wegzügen zurück: 1365 Wegzügen (2018: 1543) standen 2019 insgesamt 1801 Zuzüge gegenüber (2018: 1843).

Karoline Schulz Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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