Ganderkesee „Gestrickte Pullover, Wintermäntel und gefütterte Stiefel haben ausgedient“, heißt es in den Frühlingstipps im Internet. Doch auch wenn am heutigen Dienstag „Frühlingsanfang“ im Kalender steht: Noch ist es zu kalt, um die Wintergarderobe im Keller oder auf dem Dachboden zu verstauen.

Und auch größere Aktionen im Garten sind bei Minusgraden noch nicht angesagt. Doch die Spuren des Winters lassen sich beseitigen: Laubharken und die Gartenmöbel auf Vordermann bringen – das geht schon jetzt.

Zwei Wochen vor Ostern wächst bei vielen Ganderkeseern auch die Lust, die Wohnung österlich zu dekorieren. Pastorin Susanne Bruns gehört nicht dazu: „Für mich beginnt der Frühling mit Ostern, dann wird es farbig“, sagt sie. Das habe etwas mit der Auferstehung zutun. „In der kargen Fasten- und Passionszeit habe ich nur weiße Blumensträuße.“ Dafür steht die Dekoration, die die Pastorin Ostern aufstellt, bis Pfingsten: Sie richte sich nach dem Kirchenjahr, sagt Susanne Bruns.

Blumenmuster und die Farbe Pink

Florale Muster und frische Farben bestimmen den Mode-Frühling. „Pink ist ganz groß“, sagt Petra Eggers, Inhaberin von Eggers-Moden in Ganderkesee.

Wegen der Kälte der vergangenen Wochen ist die Nachfrage im Moment noch verhalten. „Aber es wird schon geguckt. Ich denke, es geht jetzt richtig los“, so die Geschäftsfrau.

Wenn die Sonne scheint, wird auch in einem anderen Geschäft nach Frühlingsmode geschaut: „Die Leute möchten die frischen Farben, nicht mehr das aus dem Herbst“, hieß es dort.

Tulpen setzen

Für Primeln ist es nachts draußen noch zu kalt. „Sie mögen keinen Frost“, sagt Barbara Gill, Inhaberin des Blumengeschäfts „Casa Flora“ in Ganderkesee. Aber man könne die Primeln tagsüber raus stellen und in der Nacht hereinholen, rät sie. „Ins Beet würde ich sie jetzt noch nicht pflanzen.“

Zwiebelpflanzen wie Tulpen dagegen könnten jetzt schon gesetzt werden. In dem Blumengeschäft steigt die Nachfrage nach Frühblühern wie Narzissen und Hyazinthen – österlich dekoriert mit kleinen Wachteleiern und Osterhasen. „Viele hängen auch einen Osterzweig auf“, sagt Barbara Gill. Aber alles gehe etwas später los in diesem Jahr.

Zeit für Vitamine

Zeit für Frische und Vitamine: „Im Winter verlangt der Körper eher nach schweren und deftigen Mahlzeiten. Im Frühjahr können wir es leichter angehen lassen“, sagt Claudia Kay vom Regionalen Umweltzentrum Hollen. Am besten könne man sich auf dem Markt umsehen und schauen, was es gebe. Radieschen, Kohlrabi und Frühlingszwiebeln stünden in den Startlöchern. „Mein absoluter Liebling um diese Jahreszeit ist der Bärlauch.“

Kräuter liefern ebenfalls Vitamine und Mineralstoffe. Auch Sprossen könnten den Speiseplan bereichern. Wichtig ist für Claudia Kay, auf den Körper zu hören, der sich nach Frischem sehne. „Grünes Gemüse, Kräuter und Radieschen, Gemüsesuppen und weniger fettreiche Speisen lassen uns gut in den Frühling starten.“

Pollenflug belastet Allergiker

Die Frühjahrsmüdigkeit ist nach Einschätzung von Apotheker Thomas Beck in diesem Jahr kein so großes Problem. Denn sie gehe auf einen Mangel an Vitamin D3 durch zu wenig Sonne zurück. „Zum Glück ist Licht in diesem Jahr schon gut da gewesen.“

Doch wenn es wärmer wird, zeigt sich für Menschen mit Pollen-Allergie die Kehrseite des Frühlings: „Allergien sind dann ein Thema“, sagte der Inhaber der Ring-Apotheke. Er empfiehlt zunächst rezeptfreie Tabletten sowie Augentropfen und Nasenspray.

Frühjahrsputz das ganze Jahr

Den klassischen Frühjahrsputz, bei dem jede Ecke gereinigt und alle Schränke ausgeräumt wurden, gibt es nicht mehr. „Früher hat man die Fenster aufgemacht, die Bekleidung rausgehängt, und sogar die Matratzen kamen raus“, berichtet Margret Breithaupt vom Gut Holzkamp. Heute verteile sich das Putzen und Aufräumen über das ganze Jahr.

Wenn das Wetter besser wird, gibt es nach Erfahrung der Hauswirtschaftsmeisterin aber schon das Gefühl, etwas machen zu müssen. „Wer einen Garten hat, geht dann oft lieber nach draußen.“

Antje Rickmeier Redakteurin / Redaktion Ganderkesee
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