Ganderkesee Vorsicht ist besser als Nachsicht. Das ist die Quintessenz der Empfehlung, die der Imkerverein Delmenhorst und Umgebung ausspricht, wenn es um die Amerikanische Faulbrut geht.

Kontrollen beugen vor

Am vergangenen Dienstag informierte Manfred Suhrkamp, der Gesundheitswart des Vereins, beim monatlichen Mitgliedertreffen über die Faulbrut und jährliche Honig- oder Futterkranzproben. Dabei wies er darauf hin, dass Vorbeugung, also regelmäßige flächendeckende Kontrolle aller aktiven Imker, das wirksamste Mittel zur Bekämpfung der Faulbreit sei. Nur so können drastische Maßnahmen wie die Tötung von Bienenvölkern oder aufwendige Sanierungen von Bienenständen vermieden werden.

Im Juni war im Bremer Raum die Amerikanische Faulbrut ausgebrochen, was zur Errichtung von großen Sperrbezirken durch das Landesveterinäramt führte. Die Prüfungen dort laufen immer noch, erste Bienenvölker wurden bereits vernichtet.

Die Amerikanische Faulbrut ist eine für Menschen und den Honig ungefährliche Bakterieninfektion, die sich über Sporen verbreitet und Bienenlarven in ihren Brutzellen tötet. Die Sporen werden von ausgewachsenen Bienen überall hin verteilt. Das Infektionsrisiko für benachbarte Bienenvölker ist enorm hoch, auch weil geschwächte Völker gerne von ihren Nachbarn geplündert werden.

Ganderkesee unbetroffen

„Wir haben einige Imker im Verein, die von den Maßnahmen in Bremen betroffen sind, weil sie dort Völker aufgestellt haben“, sagte der Pressewart des Vereins, Franz Winzinger. Delmenhorst und Ganderkesee seien aber nicht direkt betroffen, vereinseigene Bienenvölker nicht infiziert. Das liege auch an großflächiger Vorsorgekontrolle: „Wir bekommen viele Proben von Mitgliedern und können die Fläche gut abdecken. Es braucht nicht alle 500 Meter eine Probe, sondern ein großes Netz“, erklärte Winzinger.

Allerdings gebe es immer noch Mitglieder, die den Aufwand einer Futterkranzprobe scheuen, auch weil die Analyse Geld kostet. Winzinger: „Wir weisen unsere Mitglieder jetzt noch einmal eindringlich auf die Abgabe einer Honigprobe hin.“ Der Verein will zusätzlich versuchen, Imker zu kontaktieren, die ihre Völker alleine unterhalten.

Regelmäßig gebe es zufällige neue Kontakte mit diesen Solo-Bienenhütern, berichtet Winzinger. „Wir sind immer noch überrascht, wo überall Bienenvölker auftauchen.“ Normalerweise habe das Veterinäramt einen genauen Überblick über die Imker der Region. Aber nicht alle Bienenhalter würden ihre Völker ordnungsgemäß anmelden, was auch durch reine Unwissenheit geschehen könne, wie es bei Imkern mit Völkern und Tipps aus dem Internet häufig der Fall sei. „Wenn das Wissen fehlt und jemand hat irgendwie ein krankes Bienenvolk in der Gegend stehen, können viele andere umliegende Völker infiziert werden.“ Das war auch das Fazit von Manfred Suhrkamp: Imker, die keine Honigproben zur Analyse abgeben, gefährden fahrlässig den Bestand eigener und fremder Bienenvölker.

Honigbiene ein Haustier

Von modernen Maßnahmen zum Schutz und Erhalt von Insekten, wie etwa dem Anlegen von Blühwiesen, profitieren Imker laut Winzinger kaum. „An der Honigbiene merkt man den Rückgang von Insektenpopulationen am wenigsten, die ist ja ein halbes Haustier.“ Generelle Rückschlüsse auf die Gefährdung von Insekten ließen sich deshalb nicht ziehen. Der Anstieg des Honigbienenbestands sei ein Phänomen dafür, dass sich Menschen vermehrt für das Thema Imkerei interessieren, aber nicht für ein Anwachsen der allgemeinen Insektenpopulation.

Lediglich am Ertrag des Honigs könne sich die Anwesenheit von Blühwiesen in der Umgebung bemerkbar machen, allerdings sei das gerade in diesem Jahr nicht der Fall: „Der Ertrag ist durch die Trockenheit nur gering“, so Winzinger. Der kalte und nasse Frühling hatte ebenfalls einen mindernde Einfluss auf die Ernte.

Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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