Ganderkesee Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen. Für Ganderkesee und den Landkreis Oldenburg bedeutet das Zuwachs, auch gegenüber dem Vorjahr.

„Wir haben in diesem Jahr 15 Auszubildende für vier Berufe“, erklärte die Ausbildungskoordinatorin Carolin Wachtendorf der Firma Meyer Technik. Die Menge der Azubis führt sie auf ein gestiegenes Engagement seitens der Unternehmensgruppe zurück. „Wir haben viel getan und wurden dafür jetzt belohnt“, sagte sie. Noch vor wenigen Jahren seien jeweils sechs bis zehn Azubis aufgenommen worden, aber das Unternehmen habe sich jetzt verstärkt auf Messen und in Schulen präsentiert. „Wir haben auch keine Fristen, bei uns kann man sich das ganze Jahr bewerben“, erklärte Wachtendorf. Bereits im September seien die ersten Bewerber angenommen worden. Angeboten werden Stellen in den Berufen Elektroniker Energie- und Gebäudetechnik, Elektroniker Betriebstechnik, Metallbauer Konstruktion und Kaufmann für Büromanagement.

Praktikum vorausgesetzt

Meyer Technik setzt bei seinen Auszubildenden auf Transparenz. „Ein Praktikum ist Grundvoraussetzung, damit die jungen Leute sich orientieren können“, sagte Ausbilder Volker Werhahn. Es sei niemandem geholfen, wenn abgebrochen werden müsse. „Wir legen anschließend Wert auf eine individuelle Betreuung, denn jeder tickt anders“, so Werhahn. Regelmäßige Gesprächsrunden mit Azubisprechern sollen den jungen Menschen die Möglichkeit zur Mitentscheidung geben. Jedes Jahr werde zudem mit den Auszubildenden gemeinsam etwas unternommen.

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Das Ausbildungsjahr 2019 im Landkreis Oldenburg

Zuwachs gab es in diesem Jahr bei der Zahl der Ausbildungsverträge im Landkreis Oldenburg, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) erfasst werden. Mit 315 Verträgen zum Stichtag 31. Juli gegenüber 301 Verträgen im Vorjahr gab es laut IHK ein Plus von 4,7 Prozent, bezogen auf das gesamte Einzugsgebiet.

Die stärksten Berufsfelder sind Handel (76 Verträge), Metalltechnik (41 Verträge) und der Gastronomiebereich mit 27 Verträgen. „Der Gastronomie ist es gelungen, sich wieder attraktiv zu machen“, sagte Ludger Wester, stellvertretender Leiter im Geschäftsbereich Bildung der IHK. 26 Verträge wurden im Industriekaufmännischen Bereich abgeschlossen. Als „eine sehr positive Entwicklung“ fasste Ludger das aktuelle Ausbildungsjahr zusammen.

Erklärbar sei der Zuwachs damit, dass es für Betriebe zunehmend schwierig werde, den Fachkräftebedarf aus dem freien Arbeitsmarkt zu bedienen. Ludger: „Ausbildung ist eine Alternative, um Leute zu binden und spezifische Fachkräfte zu entwickeln.“ Von den rund 3100 Ausbildungsbetrieben im IHK-Gebiet bildeten die Hälfte jeweils nur ein bis drei Auszubildende aus, die meisten Betriebe weniger als zehn.

Bei der Handwerkskammer Oldenburg wurden in diesem Jahr 258 Ausbildungsverträge für den Landkreis Oldenburg registriert – ein Plus von 8,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als 238 Verträge unterzeichnet wurden. Laut Pressesprecher Thorsten Heidemann sei eine Schwankung von zehn Prozent von Jahr zu Jahr normal. Aber: „Uns freut es, dass handwerkliche Ausbildung so gut ankommt.“ Jungen Menschen werde damit ein guter Start ins Berufsleben ermöglicht.

Mangel an Bewerbern gab es für das aktuelle Jahr bei Meyer nicht: Knapp 30 junge Menschen bewarben sich für den Bereich Energie- und Gebäudetechnik, noch deutlich mehr für die kaufmännische Ausbildung. „Wir haben da immer nur ein bis zwei Stellen, aber dafür bewerben sich immer 80 bis 90 Leute“, so Wachtendorf.

Nachwuchs bei Bäckerei

Eine zweistellige Anzahl von Azubis stellt auch die Landbäckerei Tönjes ein, wo elf Stellen im Verkauf, der Backstube und im Büro besetzt werden. „Ich bin ehrlicherweise richtig froh, dass wir so viele junge Menschen gefunden haben“, sagte Inhaberin Sabine Tönjes.

Vor einem Vierteljahr habe sie noch nicht damit gerechnet, da die Zahl der Bewerber im Bäckereigewerbe eher niedrig sei. Erfahrungsgemäß gebe es aber auch immer einen Endspurt. „Alle Bewerber machen ein Praktikum bei uns. Das wird bei manchen mit dem Ende der Schule und den Ferien etwas schwer, weshalb es da auch zu Verzögerungen kommt.“ Schwierig bleibe aber die Nachwuchssuche in der Backstube. „Von insgesamt drei Plätzen haben wir nur einen besetzen können“, erklärte Tönjes.

Eine harmonische Zusammenarbeit ist ihr besonders wichtig. „Letztes Jahr haben wir sehr viel Glück gehabt und junge Leute gefunden, die immer noch alle bei uns sind.“ Im Team könne jeder mit jedem sprechen, alle Mitarbeiter und Azubis sollen sich bei Tönjes wohl fühlen.

Das verpflichtende Praktikum vor Beginn eines Ausbildungsverhältnisses nutzt Sabine Tönjes auch, um eigene Meinungen zu reflektieren und über die Angaben eines Schulzeugnisses hinauszublicken. „Wo ich früher vielleicht Nein gesagt hätte, schaue ich jetzt schon genauer hin.“

Nach wie vor gebe es für Nachzügler Zeit, sich bei der Bäckerei zu bewerben. „Bis zum 1. September ist immer noch was machbar“, sagte Tönjes. Erfahrungsgemäß würden Bewerber bis dahin keine wesentlichen Inhalte verpassen. „Zu Beginn ist es ja ein gegenseitiges Beschnuppern.“ Ein noch späteres Einsteigen in das Ausbildungsjahr sei jedoch schwierig.

Verwaltung ist beliebt

Insgesamt vier Ausbildungsstellen in den Bereichen Verwaltungsfachangestellte und Fachangestellte für Medien- und Informationsdienste gab es in diesem Jahr in der Ganderkeseer Gemeindeverwaltung. Bürgermeisterin Alice Gerken begrüßte die neuen Auszubildenden im Rathaus persönlich. Nachwuchsprobleme gebe es nicht, wie Pressesprecher Hauke Gruhn bestätigte: „Die Situation bei uns ist sehr gut, die Gemeindeverwaltung als Ausbilder ist schon beliebt.“ Insgesamt 250 Bewerbungen seien für die vier Stellen eingegangen, aber: „Natürlich bewerben sich junge Leute nicht nur bei uns, sondern bei vielen Unternehmen“, so Gruhn.

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Arne Haschen Volontär, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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