Bookholzberg Mein Blick richtet sich auf drei große Fässer, etwa 50 Meter entfernt. Hat sich dort etwas bewegt? Angespannt blicke ich, auf dem Boden hockend, um meine Schutzwand herum. Irgendwo in der Umgebung wiehert ein Pferd. Das nehme ich aber nur leise wahr. Meine volle Konzentration gilt den Gegnern. Da, eine Bewegung hinter den Fässern – ein Schutzhelm ist zu sehen. Ich beruhige meine Atmung, der Griff um meinen Markierer wird fester und ich ziele. Plötzlich verspüre ich einen Treffer an meinem rechten Knie, eine orangefarbene Flüssigkeit läuft über meine Hose. Verdammt – ich wurde erwischt. „Hit“ rufe ich und hebe meinen Arm.

Hier wird geschossen

Geöffnet hat das Gelände in der Straße Sannauer Hellmer ab Oktober an Wochenenden von 12 bis 16 Uhr. Gruppen ab zehn Spielern können auch unter der Woche Zeiten vereinbaren. Anfänger erhalten Einsteigerpakete und eine Einweisung. Paintball ist in Deutschland ab 18 Jahren erlaubt.

Mehr Infos unter www.badballz.de

Sport für Mannschaften

60 Minuten zuvor: Die Sonne scheint auf das Areal der Paintballanlage bei Bookholzberg. Angenehme Temperaturen für einen Sonntagmittag im September. Das Gelände inmitten von Wiesen und Feldern zwischen Schönemoor und Lemwerder ist weitläufig. In einem kleinen Schuppen treffe ich auf Claas, der sich mir als „Paintball-Opa“ vorstellt. Seit 2008 arbeitet er hier, gemeinsam mit Katharina Busch will er mich blutigen Anfänger vorbereiten – auf mein erstes Paintballspiel.

Paintball, ein taktischer Mannschaftssport, bei dem sich Spieler mit einem Markierer mit Farbkugeln beschießen. Das habe ich im Vorfeld im Internet gelesen. Meine Zweifel sind groß. Kann ich hier überhaupt bestehen? „Paintball ist für jeden etwas, der laufen und gucken kann“, beruhigt mich Katharina Busch, die seit den Anfängen 2003 auf der Anlage zu Hause ist. Damals begann alles als kleiner Verein, mit steigender Nachfrage von Anfängern machte sie ihr Paintball-Hobby zum Beruf. „Heute sind auf der Anlage mehr Anfänger als Vereinsmitglieder“, verrät sie.

Die Anlage ist 44.000 Quadratmeter groß und in drei Outdoor-Spielfelder aufgeteilt. Auf dem größten Feld werde ich gleich meine ersten Stehversuche wagen – in gemischten Teams mit weiteren Anfängern sowie erfahrenen Spielern, die in Zukunft am Ligabetrieb teilnehmen möchten. Sie setzten bereits ihre eigenen Markierer ein und nicht ein Leihgerät wie ich. Meine Beunruhigung wächst ein wenig.

Hohe Geschwindigkeiten

Markierer, so nennt man das Spielgerät beim Paintball, das die mit Farbe gefüllten Paints abschießt. Geschwindigkeiten von 300 km/h werden beim Abschuss erreicht. Gefährlich ist das aber nicht. „Solange du deine Maske nicht absetzt und dich an die Regeln hältst, kann dir nichts passieren“, weiß Katharina. Verletzungen gab es bisher wenige bis keine, das überrascht mich.

Nach einer Einweisung in Spielgeräte und Regeln geht es durch eine Schleuse auf das Adventure-Spielfeld. „Capture the Flag“ heißt die Spielvariante, zu der ich mit meinem Team antrete. Das Ziel: die Flagge des Gegners zum eigenen Startpunkt zu bringen. Die Partie beginnt. Ich lege einen schnellen Sprint zu einer geeigneten Deckung hin. Hinter einem alten Auto halte ich Ausschau nach Spielern aus der gegnerischen Mannschaft. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie zwei meiner Mitspieler bereits getroffen wurden und das Spielfeld verlassen. Es hängt jetzt also von mir ab – der Adrenalinpegel steigt. Langsam pirsche ich mich voran, ehe ich hinter den Fässern eine Bewegung ausmache. Nur wenige Augenblicke später folge ich meinen Teamkollegen geschlagen an den Rand des Spielfeldes. Trotz der Niederlage bin ich euphorisiert. Die Sportart erfordert Fitness, taktisches Gespür, Zielgenauigkeit und macht unheimlich viel Spaß. Außerdem lernt man durch das gemeinsame Spiel viele neue Leute kennen. Das bestätigt Katharina Busch. „Es herrscht hier immer eine tolle Stimmung und es geht sehr familiär zu“, erzählt sie.

Auch wenn für mich nach dieser Runde bereits Schluss ist, ich bin mir sicher, dass ich wiederkommen werde. Dann werde ich meine Freunde zu einer Runde Paintball herausfordern – und mich beim zweiten Mal sicher nicht so leicht treffen lassen.

Sönke Spille Freier Mitarbeiter Lokalsport / NWZ-Redaktion
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