Bürstel Das Bekenntnis zum Standort fiel eindeutig aus: „Wir sind ländlich und bleiben ländlich“, sagte Alfred Ordemann, Inhaber des gleichnamigen Fachbetriebs für Land- und Gartentechnik am Ganderkeseer Weg in Bürstel. Er informierte am Montagabend die Ganderkeseer SPD-Ratsfraktion über die Entwicklung der Branche, aber auch über die Herausforderungen durch das Internet.

Im Familienunternehmen sitzt bereits die dritte Generation am Lenkrad. Gegründet hat das Unternehmen 1931 Alfred Ordemanns Großvater Hinrich, ein gelernter Schmiedemeister. Er habe damals als Hufschmied gearbeitet. Als Ordemanns Vater Arnold in den 1960er-Jahren übernahm, verkaufte die Firma die ersten Trecker. Als am 13. November 1972 ein Jahrhundertsturm über die Region hinwegzog und den Wald nahezu komplett zerstörte, war das für die Firma der Durchbruch: „Alle mussten eine Motorsäge haben“, berichtete Ordemann.

Heute habe der Rasenmäher längst die Trecker überholt. Von Motorgeräten bis zu Rasenhäckslern biete die Firma eine breite Produktpalette an. Um dem teilweise ruinösen Wettbewerb durch das Internet zu trotzen, setze das Unternehmen auf seine Stärken Beratung und Service. So gebe es einen Hol- und Bringdienst für Geräte und natürlich einen Reparatur- und Wartungsservice. Alle 15 Mitarbeiter werden regelmäßig geschult, sagte Ordemann. Es herrsche eine familiäre Atmosphäre. Fast alle Mitarbeiter seien seit der Lehrlingszeit im Betrieb.

Ohnehin setze die Firma stark auf die Nachwuchsförderung. „Ohne Lehrlinge geht es nicht“, betonte Ordemann, der aktuell drei junge Leute zum Land- und Baumaschinen-Mechatroniker ausbildet. Dabei geht er auch neue Wege: Erstmals hält sich ein Azubi zu einer dreiwöchigen Praxisphase in Italien auf. „Warum sollen nur Studenten ins Ausland gehen?“, fragt sich der Unternehmer aus Bürstel, der für seine Ideen auch die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer (IHK) ins Boot geholt hat.

Deutliche Kritik übte Ordemann allerdings an der weiteren Zentralisierung der Ausbildung. So müssten seine Lehrlinge zum Blockunterricht nach Bad Zwischenahn. Einem 17-Jährigen, der keinen Führerschein hat, sei die tägliche Tour ins Ammerland nur schwer zuzumuten.

Wie beliebt der Betrieb in Bürstel ist, konnten die Vertreter der SPD-Fraktion mit Werner Brakmann an der Spitze übrigens hautnah erleben: Noch nach Geschäftsschluss erfüllte Ordemann Kundenwünsche. Gern warteten die Kommunalpolitiker, ehe sie ihren Rundgang durch Werkstatt und Ausstellungshallen antreten konnten.

Stefan Idel Redakteur / Landespolitischer Korrespondent
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