GANDERKESEE Grüne und UWG haben sich noch nicht festgelegt. Die Grünen wollen bis Anfang Februar entscheiden.

von horst

suermann GANDERKESEE - Sieg im ersten Wahlgang mit 53 Prozent der Stimmen – so war das 1999, als Gerold Sprung das Bürgermeisteramt ansteuerte. Im eben angelaufenen Jahr 2006 ist wieder Bürgermeisterwahl – aber bei zwei Bewerbern und etwa gleich starken Unterstützer-Blöcken ist ein Sieg nach Sprung-Manier eher unwahrscheinlich.

Wer am Anfang des Jahres das Bürgermeisteramt hat, ist klar; wer es am Ende haben wird, längst nicht.

Rainer Lange, der SPD-Kandidat, ist als Erster Gemeinderat von der Rathaus-Hierarchie her gesehen am nächsten dran; doch ohne Unterstützung von Grünen und UWG wird er sich schwer tun.

Alice Gerken-Klaas, Fachbereichsleiterin im Rathaus und Kandidatin von CDU und FDP, hat rein parteipolitisch gesehen eine geringe Mehrheit – doch ob die Ganderkeseer bei der Bürgermeisterwahl am 10. September an der Parteilinie entlang wählen, ob sie die Stimme ohne Ansehen des Geschlechts abgeben und ob sich Grüne oder UWG nicht doch zu einer Wahlempfehlung zugunsten des Gegenkandidaten durchringen, ist ungewiss.

„Die Grünen haben mit beiden gesprochen“, sagen die Ratsherren Michael Sorg und Oscar von Ewald, „doch noch ist offen, ob wir einen eigenen Kandidaten aufstellen, eine Wahlempfehlung geben oder keines von beidem tun.“ Zurzeit beraten die Grünen darüber, Ende Januar/Anfang Februar wollen sie ihre Strategie offenlegen.

Die UWG hat das Thema noch gar nicht erörtert. UWG-Ratsherr Otto Sackmann will sich u. a. an der „Bürgernähe“ der Kandidaten orientieren; bisher, sagt er, hätte sich keiner der beiden Kandidaten hinreichend zu seinen politischen Absichten geäußert. Sackmann würde am liebsten einen Mann aus Bayern importieren, der sich durch rigorose Sparsamkeit einen Namen gemacht hat, doch – so Sackmann – „die Bayern lassen sich ja so schlecht verpflanzen“.

Die Kandidaten selbst rechnen sich gute Chancen aus – Gerken-Klaas ebenso wie Lange.

Gerken-Klaas will sich – sollte sie Bürgermeisterin werden – zwei Schwerpunkte setzen: Bildung und Wirtschaft mit Themen wie Südtangente, Baugebiete, Gewerbeansiedlung und Ausgestaltung der drei Grundzentren (Ganderkesee, Bookholzberg, Heide). Die Bauerschaften will sie „darüber nicht vergessen“. Lange setzt u. a. auf „Bürgernähe“; ihm schwebt eine „Bürger-Gemeinde“ mit starker Unterstützung des Ehrenamts vor. Haushaltsberatungen unter Einbindung der Bürger – das wäre etwas für ihn.

Beide Kandidaten wissen, dass der Sommerurlaub 2006 knapp ausfallen wird; beide wünschen sich eine Wahl-Auseinandersetzung, die am besten nie zum „Wahl-Kampf“ wird. Von den sie unterstützenden Parteien wollen sie sich nicht in eine aggressive Konfrontation treiben lassen, was – wie beide sagen – „aber ja auch nicht Ganderkeseer Art ist“.

An den Anblick ihres Konterfeis auf den Straßen der Gemeinde müssen sie sich noch gewöhnen. „Die Dinge kommen häppchenweise auf uns zu“, sagt Gerken-Klaas und setzt darauf, dass sie so „die Zeit hat, sich daran zu gewöhnen“. Als Wahl-Verantwortliche im Rathaus wird sie diesmal nicht auftreten, um allen möglichen Interessen-Konflikten aus dem Weg zu gehen. Keine Frage, dass sich beide (als Führungskräfte der Verwaltung) den angepeilten Job zutrauen.

Als Mitarbeiter im Rathaus haben übrigens beide Bürgermeister-Kandidaten einen kurzen Weg ins Chefzimmer. Alice Gerken-Klaas müsste ein Zimmer weiter ziehen, Rainer Lange hat bereits heute ein gemeinsames Sekretariat mit dem Bürgermeister und würde „einfach nur die Schilder auswechseln“.

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