Paris/Barcelona (dpa) - Vor dem Champions-League-Hinspiel gegen den FC Barcelona wagt Kevin Trapp offenen Widerspruch.

"Alle reden davon, dass wir in diesem Achtelfinale wenig Aussichten haben. Ich sehe das völlig anders", sagte der deutsche Nationaltorwart vom französischen Fußball-Meister Paris Saint-Germain dem "Kicker". Die Mannschaft um Keeper Trapp und den derzeit starken Weltmeister Julian Draxler will am Dienstag (20.45 Uhr) gegen das Team von Trapps Nationalelf-Konkurrent Marc-André ter Stegen Revanche für die beiden Viertelfinal-Pleiten von 2013 und 2015 nehmen.

Trapps Club-Kollegen äußerten sich dennoch deutlich zurückhaltender als der Ex-Frankfurter. Gegen das Sturmtrio des FC Barcelona aus Lionel Messi, Luis Suárez und Neymar reichen harte Arbeit und höchste Konzentration nach Ansicht des brasilianischen Kapitäns Thiago Silva nicht aus. "Da muss man auch schon zu Gott beten", sagte Silva der spanischen Zeitung "Mundo Deportivo". Landsmann Lucas Moura sagte gar, Messi könne man nur stoppen, "wenn man ihn festbindet".

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Die favorisierten Barça-Profis äußerten sich vor den Hinspiel im Prinzenpark gar nicht, die französischen Fans dagegen machten ihre Skepsis umso deutlicher. In einer Online-Umfrage des Radiosenders RTL sagten 72 Prozent der gut 1000 Teilnehmer, PSG werde ausscheiden. Trapp ist optimistischer: "Ich sehe jeden Tag, über welche Qualitäten unsere Mannschaft verfügt. Wir müssen uns vor dem FC Barcelona nicht verstecken." Sogar der Gewinn der Königsklasse sei möglich.

Beide Teams bestanden ihre Generalproben souverän. Der FC Barcelona setzte sich bei CD Alavés mit 6:0 durch. Paris gewann bei Girondins Bordeaux 3:0. In Bordeaux kehrte der zuvor verletzte Trapp zwischen die Pfosten zurück, nachdem sein Rivale Alphonse Aréola schwer gepatzt hatte. Er wird wohl auch am Dienstag den Vorzug bekommen. Das Duell des 26-Jährigen mit dem früheren Gladbacher ter Stegen (24) im Tor von Barça dürfte den Ausgang des Spiels auch beeinflussen. Für Draxler gibt es ebenfalls ein Wiedersehen mit DFB-Kollege ter Stegen.

Und auch zahlreiche weitere Profis in den Kadern der beiden Teams kennen sich gut. Messi wird PSG-Mann Ángel di María, einem seiner besten Freunde in der argentinischen Nationalmannschaft, dieses Mal wohl kein Glück wünschen. Abwehrmann Thiago Silva wird mit Landsmann Neymar nicht zimperlich umgehen. Ein Wiedersehen feiern auch die früheren Schalker Kollegen Draxler und Ivan Rakitic, Barcelonas Lucas Digne kennt aus seiner Pariser Zeit fast alle im Team des Gegners. Der spanische PSG-Trainer Unai Emery, der zuvor den FC Sevilla betreute, versteht sich bestens mit Barça-Coach Luis Enrique.

Dass die clubübergreifenden Freundschaften nun ruhen müssen, gibt der Uruguayer Edinson Cavani unumwunden zu. Der mit 25 Treffern beste Torschütze der Ligue 1 hat vor dem Duell mit seinem Landsmann und Barça-Torjäger Luis Suárez sogar jeden Kontakt zu seinem Freund abgebrochen. "Ich rufe Suárez nicht an. Vor und während eines Spiels verstehe ich keinen Spaß", sagte er dem Sportblatt "AS".

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