Cloppenburg Das 1. Frauen- und das 1. Männer-Team des Fußballvereins BV Cloppenburg haben turbulente Wochen hinter sich. Gehaltszahlungen ließen und lassen auf sich warten, der Kader der BVC-Frauen war so klein, dass sich eine Trainerin selbst reaktivieren musste, die Männer des Vereins standen sportlich kurz vorm Abstieg und mussten, nachdem dieser abgewendet war, um die Oberliga-Lizenz bangen. Wie geht es nun in Cloppenburg weiter?

Droht dem BVCein Spieler-Ausverkauf?

Nach Aussage des Sportlichen Leiters Sebastian Schütte hat das Gros des Kaders Interesse an einem Verbleib an der Friesoyther Straße. Fest steht aber auch, dass fast jedem Spieler lukrative Offerten von der Regionalliga bis zur Bezirksliga vorliegen. In Colin Heins (Union Lohne) und Nick Köster (Atlas Delmenhorst) stehen bereits zwei Abgänge fest. Ein halbes Dutzend weiterer Spieler dürfte sich in den nächsten Tagen – nicht zuletzt wegen der vielen Unruheherde abseits des grünen Rasens – verabschieden. Einige Spieler erhoffen sich zeitnah Klarheit in der Trainerfrage. Die Hoffnung auf eine Verlängerung mit Retter Jörg Goslar zerstob am Dienstag. Der Hannoveraner unterschrieb beim Viertligisten VfV Hildesheim.

Wie sieht es inzwischen wirtschaftlich aus?

Die BVC-Verantwortlichen lassen sich nicht in die Karten schauen. Als sicher gilt aber, dass der gesamte Club weiter am Tropf eines – allerdings überaus potenten – Sponsors hängt. Nach NWZ-Informationen wird der Etat für das Oberliga-Team dennoch abermals zurückgefahren.

Wie stehen die Chancen auf eine bessere Saison ?

Schlimmer als in der Serie 2016/2017 kann es für den BVC kaum kommen. Allerdings ist eine erneute Zittersaison nicht ausgeschlossen. Es gibt einfach noch zu viele Fragezeichen in Sachen Trainer und Spieler. Gut möglich, dass der BVC nach dem Motto „Jugend forscht“ antritt und auf einen Mittelfeldplatz spekuliert.

Wieso ist die Zweitliga-Spielzeit so wichtig?

Das Cloppenburger Frauen-Team steht vor einer Qualifikationssaison, soll es doch ab der Spielzeit 2018/19 eine eingleisige zweite Liga geben. Statt bisher 24 Mannschaften, die auf eine Nord- und eine Südstaffel aufgeteilt sind, gibt es dann nur noch 14 Zweitligisten. So soll sich die Qualität des „Unterhauses“ der des „Oberhauses“ Bundesliga annähern. In den zurückliegenden Jahren waren fast alle Erstliga-Aufsteiger postwendend wieder abgestiegen, so auch der BVC im Jahr 2014.

Wie weit sind die Frauen mit der Kaderplanung ?

Wie schon vor den zurückliegenden Spielzeiten ist der BVC spät dran. Lag es in den Vorjahren zumeist ausschließlich an fehlenden Etat-Zusagen, musste in diesem Jahr auch abgewartet werden, ob die Männer die Oberliga-Lizenz bekommen. Nun müssen schnell Nägel mit Köpfen gemacht werden. Schließlich sind andere Clubs schon wesentlich weiter und Teile des Transfermarktes abgegrast.

Werden die BVC-Frauen wettbewerbsfähig sein?

Die meisten Spielerinnen des Kaders, der in dieser Saison Dritter geworden ist, sollen in Erwägung ziehen, dem BVC treu zu bleiben. Allerdings hat die eine oder andere Leistungsträgerin das Interesse anderer Vereine geweckt. Mit drei Abgängen ist mindestens zu rechnen: Dominika Wylezek, Katarina Kolar und wohl auch Carole da Silva Costa, die mit Portugal an der EM teilnimmt, werden gehen. Sollte der Rest des aktuellen Kaders gehalten und dieser verbreitert werden, könnte der BVC oben mitspielen.

Steffen Szepanski Lokalsport / Redaktion Münsterland
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