Oldenburg Die Atmosphäre bei national oder gar international besetzten Hallenfußballturnieren steht und fällt stets mit dem Abschneiden der Teams aus der Region. Und da die Vertretungen des VfB Oldenburg und von Werder Bremen am Freitag beim Turnier der Traditionsmannschaften in Oldenburg beide das Finale erreichten, machten die 5000 Zuschauer in der großen EWE-Arena bis zum Ende der Veranstaltung ordentlich Lärm. Den Turniersieg beim Wettbewerb um den „Cup der Öffentlichen Versicherungen“ sicherte sich Lokalmatador VfB, der sich im Endspiel mit 6:3 gegen die Bremer durchsetzte.

Andreas (links) und Pepe Reinke erhielten von Claus Gorgs den Preis. BilD: Piet Meyer
Andreas (links) und Pepe Reinke erhielten von Claus Gorgs den Preis. BILD: Piet Meyer

Zweimal Reinke

Verstärkung brachte Andreas Reinke (Werder Bremen) mit, als er von Claus Gorgs, stellvertretender Chefredakteur der NWZ, als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet wurde. Sein siebenjähriger Sohn Pepe war bei der Preisübergabe dabei. Dessen Werder-Trikot hatte selbstverständlich den Namen „Reinke“ auf dem Rücken.

Den dritten Platz belegte Bayer Leverkusen, das im kleinen Finale mit 3:1 gegen den VfL Wolfsburg gewann.

Das beste Gespür für den großen Auftritt hatte bei dem Turnier – natürlich – Ailton. Im ersten Gruppenspiel der Bremer fehlte der 41-Jährige noch. Turnierveranstalter Dieter Burdenski (64) wehrte alle Fragen nach dem in Mexiko lebenden Brasilianer gelassen ab. „Der ist unterwegs und kommt gleich“, sagte der ehemalige Schlussmann von Werder Bremen. Und tatsächlich: Zum zweiten Auftritt der Bremer stand Ailton auf dem Feld und ließ sich mit einem Extra-Applaus feiern. „Ich habe am Donnerstag noch in Mexiko mit meiner Familie den Geburtstag unserer Tochter gefeiert“, hatte Ailton einen simplen Grund für die verspätete Anreise.

Ein Fernbleiben des Zugpferdes wäre für Burdenski auch peinlich gewesen. Denn im November hatte er in Oldenburg gemeinsam mit Tim Wiese und Ailton die Werbetrommel für das Turnier gerührt. Wiese hatte dann vor einigen Tagen seinen damals angekündigten Auftritt aus arbeitsrechtlichen Gründen – der Ex-Nationaltorwart steht noch immer beim Bundesligisten 1899 Hoffenheim unter Vertrag – abgesagt.

Als Ailton dann da war, zeigte er, dass sich das Warten gelohnt hatte. In der mit 6:4 gegen Borussia Dortmund gewonnenen Gruppenpartie gelang ihm prompt ein Tor. Im Halbfinale gegen Bayer Leverkusen erzielte er in einem Marathon-Neunmeterschießen den entscheidenden Treffer und sorgte so für den Finaleinzug des SVW. Pechvogel der Bremer war in jenem Vergleich Ivan Klasnic. Der einstige kroatische Nationalspieler trat dreimal an, dreimal scheiterte er an Leverkusens Torhüter Tomasz Bobel.

Sportlich agierten die sechs teilnehmenden Teams weitgehend auf einem Niveau, einzig die Auswahl von Borussia Dortmund fiel bei ihren beiden klaren Vorrunden-Niederlagen etwas ab. Der AS Rom hielt trotz des Ausscheidens nach der Vorrunde in seinen Partien gegen den VfB (4:4) und Leverkusen (4:5) gut mit.

Ein deutlicheres Gefälle gab es bei der Bekanntheit der Spieler. Während im Werder-Team in Andreas Reinke, Ivan Klasnic, Fabian Ernst, Frank Baumann und Ailton immerhin fünf Meister von 2004 standen, waren zahlreiche Akteure im Dortmunder und Leverkusener Kader wohl nur ausgewiesenen Kennern des nordrhein-westfälischen Fußballs ein Begriff. Einen Spieler, der einst auf der ganz großen Bühne agierte, hatten die Dortmunder aber dabei: Frank Mill (56) zählte 1990 zur deutschen Mannschaft, die in Italien den WM-Titel gewann.


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Hauke Richters Leitung / Sportredaktion
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