LüNEBURG Ehre, wem Ehre gebührt: Weil der kurz zuvor eingewechselte Daniel Franziskus die Oberliga-Fußballer des VfB Oldenburg mit seinem Tor (68.) in Unterzahl zum 1:0-Sieg bei Hansa Lüneburg geschossen hatte, durfte der etatmäßige Stürmer der Zweiten am Sonntag direkt nach Spielschluss bei der „Humba“ mit den zahlreichen mitgereisten VfB-Fans gleich die Hauptrolle am Megaphon übernehmen. Auch diese Aufgabe löste der 19-Jährige souverän.

Allerdings mischte sich in die Freude über die erfolgreiche Rückkehr in die Erfolgsspur nach der 2:3-Derbypleite gegen den BV Cloppenburg auch ein dicker Wermutstropfen. Wird doch die Ausfall-Liste bei den Oldenburgern immer länger. Angesichts der langwierigen Verletzungen von Eike Noparlik, Tillmann Koch, Daniel Isailovic (alle Kreuzbandriss), Tim Petersen (Knie-OP), Andreas Bitter (Leisten-OP), Nermin Becovic (Innenbandriss im Knie) und Dejan Horvat (Nierenprobleme) sowie des angeschlagenen David van der Leij (Fersensporn) ist es für die VfB-Verantwortlichen da wohl nur ein schwacher Trost, dass sich in Lüneburg zumindest kein weiterer Spieler schwer verletzt hat.

Denn Didier Webessie sah in der 36. Minute vor 1000 Zuschauern wegen Nachtretens die Rote Karte. Damit dürfte der offensive Mittelfeldspieler für mindestens drei Spiele gesperrt werden und ist in jedem Fall an diesem Mittwoch (18 Uhr, Marschwegstadion) im Viertelfinale des NFV-Pokals gegen den Goslarer SC zum Zuschauen verdammt.

Was war passiert? Nach mehreren harten Tacklings durch Hansa-Spieler wurde der 21-Jährige in der 36. Minute erneut gleich von drei Spielern attackiert. Als Webessie dann im Liegen dem Ball hinterher stocherte, ging Lüneburgs Luc Ndjock theatralisch zu Boden – und Schiedsrichter Andre Wenzel (Gnarrenburg) zeigte Rot. „Das sah unglücklich aus, war aber definitiv keine Rote Karte“, ärgerte sich Fröhling.

Für die Oldenburger war die Hinausstellung allerdings so etwas wie eine Initialzündung, gegen die vor allem bei Standards sehr gefährlichen Lüneburger noch enger zusammenzurücken. Zudem hatte der VfB Glück, dass die zuvor noch unbesiegten Platzherren (vier Spiele, vier Unentschieden) nur Latte (12.) und Pfosten trafen (31.).

Nachdem die Oldenburger nach Wiederbeginn die ersten 20 Minuten der forsch auf den Ausgleich drängenden Lüneburger überstanden hatten, kontrollierten sie trotz Unterzahl die Partie und gingen durch Franziskus nach schöner Vorarbeit von Alexander Tschalumjan in Führung. Lediglich in der Schlussphase ging es im Oldenburger Strafraum noch einmal hoch her. Doch mit Glück, Geschick und viel Leidenschaft retteten die konditionell frischer wirkenden Oldenburger den Vorsprung über die Zeit.

(VfB-Trainer): Der Sieg war enorm wichtig für uns. Meine Spieler wollten den Erfolg unbedingt und haben an sich geglaubt. Natürlich war das irgendwo auch ein dreckiger Sieg, weil wir vor der Halbzeitpause durchaus schon mit 0:2 hätten zurückliegen können.

Daniel Franziskus (VfB-Torschütze): Als junger Spieler schon Einsatzzeiten in der Oberliga zu bekommen, das Team hinter sich zu wissen und dann auch noch das entscheidende Tor zu schießen, ist ein traumhaftes Gefühl.

Henning Busch Lokalsport / Redaktion Friesland
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