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Hannover An diesem Freitag (20.30 Uhr) treffen Hannover 96 und Eintracht Braunschweig nach 37 Jahren erstmals in der Fußball-Bundesliga wieder aufeinander. Für beide Vereine sind insgesamt 850 Hooligans registriert, aber auch die friedlichen Fans mögen einander nicht besonders.

Warum hat das Derby diese besondere Brisanz?

Die „Roten“ und die „Löwen“ standen sich früher oft in entscheidenden Situationen gegenüber. 1963 ging es darum, wer den letzten freien Startplatz des Nordens für die Bundesliga zugesprochen bekommt. Der DFB entschied sich für Braunschweig, obwohl auch viele Faktoren für Hannover sprachen. In der Landeshauptstadt fühlte man sich betrogen und mutmaßte, dass Braunschweig den Platz seinen besseren Beziehungen zum DFB verdankte.

Welche geschichtliche Wurzeln hat die Rivalität?

Der Groll geht Jahrhunderte zurück. Im Mittelalter war Braunschweig wesentlich bedeutsamer als Hannover. Im 17. Jahrhundert verlor die Löwenstadt an politischer Macht, während die Herrscher an der Leine zu Kurfürsten erhoben wurden. 1866 wurde Hannover preußische Provinzhauptstadt, auch wirtschaftlich überholte die Stadt den Nachbarn im Osten. „Damit wird Hannover zum zen­tralen Drehkreuz, und Braunschweig rückt in die zweite Reihe“, erklärt Karl Heinz Schneider, Professor für Regionalgeschichte an der Universität Hannover. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Hannover zur Landeshauptstadt.

Wie wirkt sich die Feindschaft im Alltag aus?

Das Verhältnis ist auch abseits des Fußballs angespannt. Andreas Buchal berichtet in seinem Buch „Eintracht Braunschweig vs Hannover 96“ aus eigenen Erfahrungen: An der Uni Hannover sei er oft beschimpft worden. Seine Braunschweiger Freunde hätten nicht verstanden, dass er in der „verbotenen Stadt“ studiere.

Was sagt dieWissenschaft?

„Ich bin so ausländerfreundlich, dass ich auch Studierende aus Hannover in meine Vorlesungen lasse“, hatte der Braunschweiger Historiker Gerd Biegel ironisch bemerkt. Darüber empörte sich der frühere niedersächsische Landtagspräsident Jürgen Gansäuer. 1000 Jahre Dauerstreit zwischen den Städten sei durch nichts belegt, lautet Gansäuers These.

Wie verhalten sich die Clubs vor dem Derby?

Die Präsidenten, Trainer und Spieler appellieren seit Wochen an die Vernunft der Fans. „Im Derby ist kein Platz für Anfeindungen, Gewalt und Pyro-Technik“, lautet die Botschaft der 96-Profis. Fan-Forscher Gunter Pilz meint: „Es ist wichtig, dass die Vereine deutlich machen, dass sie kein Interesse daran haben, dass diese tradierte Feindschaft eskaliert. Ob es diejenigen, die zum Derby kommen, um Gewalt auszuüben, daran hindert, bezweifele ich aber.“

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