Bielefeld /Oldenburg Jetzt ist es amtlich: Der Steuerhinterziehungsprozess gegen die Brüder Albert (59) und Paul (57) Sprehe ist gegen Zahlung einer Geldauflage eingestellt worden. Das teilte eine Sprecherin des Landgerichts Bielefeld am Mittwoch auf Anfrage dieser Zeitung mit.

Allerdings kommt den beiden Geschäftsführern der Sprehe-Feinkostgruppe mit Hauptsitz in Cappeln (Kreis Cloppenburg) das vorzeitige Prozessende teuer zu stehen. Die Höhe der Geldauflage für die Sprehe-Brüder beträgt insgesamt 2,7 Millionen Euro. Nach Angaben der Gerichtssprecherin hat sich Albert Sprehe zu einer Zahlung von 2,5 Millionen Euro an die Staatskasse sowie mehrere gemeinnützige Organisationen verpflichtet. Paul Sprehe muss 200 000 Euro zahlen. Dafür haben die Brüder sechs Monate Zeit. Darauf verständigten sich die zuständige Strafkammer, die Bielefelder Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität und die Angeklagten.

Die Gebrüder Sprehe waren am Mittwoch nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Ihnen war vorgeworfen worden, zwischen den Jahren 2003 und 2008 Gehaltszahlungen im Amateurfußball über eine Firma in Rheda-Wiedenbrück abgewickelt zu haben. Dabei sollen Zahlungen an Spieler, Trainer und Betreuer beim SV Wilhelmshaven und FC Schüttorf nicht als Gehälter, sondern als Betriebsausgaben in Firmenbüchern verbucht worden sein. Laut Anklage sei dabei ein Steuerschaden von 1,8 Millionen Euro entstanden.

Wie berichtet, waren schon kurz nach Prozessbeginn Mitte Dezember Gespräche über die Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen geführt worden. Wie die Gerichtssprecherin am Mittwoch erklärte, sei das Verfahren nun zunächst vorläufig eingestellt. Endgültig werde es eingestellt, wenn die Auflagen erfüllt wurden.

Die Sprehes sind für ihr Engagement in der regionalen Sportszene bekannt. Albert Sprehe fungierte bis Ende der 1990er Jahre als Hauptsponsor bei den Fußballern des BV Cloppenburg, bevor er von 2000 bis 2002 den VfB Oldenburg unterstützte. Zur Saison 2002/03 zog es ihn zum SV Wilhelmshaven. Seit der Spielzeit 2010/11 tritt Albert Sprehe als Hauptsponsor bei den Fußball-Frauen des BV Cloppenburg auf. Daneben zählen die Brüder mit ihrem Gestüt in Löningen-Benstrup zu den ersten Adressen in der deutschen Pferdezucht.

Die Verfahren gegen zwei Vorstände des SV Wilhelmshaven waren bereits im Dezember eingestellt worden. Sie müssen bis zum 31. März eine Geldauflage von jeweils 30 000 Euro zahlen. Ihnen war vorgeworfen worden, 860 000 Euro Schenkungssteuer unterschlagen zu haben.

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Christopher Deeken Redakteur / Sportredaktion
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