Meppen /Oldenburg Am Sonntag schnupperte der SV Meppen schon einmal Drittliga-Atmosphäre. Mehr als 5200 Zuschauer drängten in die Emsland-Arena, als der souveräne Tabellenführer der Regionalliga Nord auf Verfolger VfB Lübeck traf. Die Meppener gewannen 2:1 – und können mit nun 13 Punkten Vorsprung auf Weiche Flensburg sowie die Lübecker zwölf Spieltage vor Saisonende den Meistersekt schon kaltstellen.

Aufstieg in 3. Liga

In den Playoffs um den Aufstieg in die 3. Liga treten die fünf Tabellenersten aus den Regionalliga-Staffeln Nord, Nordost, West, Bayern und Südwest an. Zudem entsendet der Südwesten den Tabellenzweiten aufgrund der Tatsache, dass diese Region die meisten Mannschaften und Mitglieder im DFB verzeichnet.

Der Aufstiegsmodus wurde verändert, als die Zahl der Regionalligen 2012 von drei (Nord, Süd, West) auf fünf (Bayern, Nord, Nordost, Südwest, West) erhöht wurde. Der DFB begründet ihn damit, dass es die 3. Liga nicht verkrafte, wenn fünf von 20 Teams absteigen würden.

Drei aus sechs lautet nun die Formel. Die drei Duelle werden nach Saisonende ausgelost, es steht vorher nur fest, dass die Teams aus der Südwest-Staffel nicht aufeinandertreffen können. In Hin- und Rückspielen werden dann die Aufsteiger ermittelt.

Seitdem es diesen Modus gibt, haben es lediglich Holstein Kiel (2013) und Werder Bremen II (2015) aus der Regionalliga Nord in die 3. Liga geschafft. 2014 und 2016 scheiterte jeweils der VfL Wolfsburg II, zunächst an der SGS Großaspach, dann an Jahn Regensburg.

„Die ganze Region hofft, dass wir es schaffen. Die Leute hier haben eine Sehnsucht nach Profifußball“, sagte Erfolgs-Trainer Christian Neidhart am späten Sonntagabend im NDR Sportclub. Dass der Trainer überhaupt zum Gespräch mit Moderator Gerhard Delling eingeladen war, zeigt, dass die Emsländer für ihre überragende Saison große Aufmerksamkeit erhalten.

17 Siege, zwei Remis und drei Niederlagen stehen auf dem Konto des früheren Zweitligisten (zwischen 1987 und 1998). „Dieses Jahr scheint der Knoten zu platzen, obwohl wir vor der Saison sehr viel umgestellt haben“, erzählte Neidhart, der seit 2013 den SVM coacht und zuvor im Männerbereich nur beim SV Wilhelmshaven als Cheftrainer unter Vertrag stand (von 2011 bis 2013). Er meinte damit, dass inzwischen „75 Prozent der Spieler bei uns arbeiten“ und eben nicht nur mit Fußball ihr Geld verdienen. „Wir haben ein tolles Team zusammen, dass die Leute begeistert“, betonte der 48-Jährige.

Dass die Meppener Platz eins noch verspielen, scheint nahezu ausgeschlossen. „Ich habe im Oktober Geburtstag und möchte ja auch nicht, dass mir jetzt schon gratuliert wird“, lehnte Neidhart dennoch erste Glückwünsche ab. Die Zahlen sprechen allerdings eindeutig für den Titel. In Benjamin Girth stellt Meppen den besten Angreifer der Klasse (16 Tore), zudem haben die Emsländer die mit Abstand beste Offensive der Regionalliga Nord (57 Treffer). Elf ihrer zwölf Heimspiele haben sie gewonnen, nur im Derby gegen den VfB Oldenburg gab es eine Niederlage (0:1).

Und dennoch wartet auf Neidhart, Co-Trainer Mario Neumann (zuvor BV Cloppenburg) und das Team noch das große Nervenspiel – denn zum Aufstieg berechtigt der erste Platz in den deutschen Regionalligen nach wie vor nicht (siehe Infokasten). „Du wirst Meister, kriegst einen Pokal und es kommt jemand vom Verband. Dem musst du dann eigentlich sagen: Danke für Nichts!“, ärgerte sich der Trainer. Die Regelung sei fatal.

„Das ist eine Farce und muss schleunigst geändert werden“, führt Neidhart aus. Es sei ein Riesendruck, der auf den Clubs lastet, bis zum Sommer so viel in den Aufstieg zu investieren, um dann in zwei Spielen scheitern zu können. Neidharts erste Idee seien zwei Dreiergruppen, in denen jeweils die ersten beiden aufsteigen, ähnlich wie der Sprung von der Oberliga in die Regionalliga geregelt ist. „Dann kommen zumindest schon einmal vier Mannschaften hoch“, sagte der Trainer: „Aber egal wie, Hauptsache man überlegt, wie man das Thema für die Vereine besser gestalten kann.“

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Lars Blancke Redakteur / Sportredaktion
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