LONDON Fifa-Boss Sepp Blatter muss vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) keine Konsequenzen wegen des Korruptionsskandals im Fußball-Weltverband befürchten. Zwar kündigte IOC-Präsident Jacques Rogge ein klärendes Gespräch mit Blatter an. Die Organisation werde aber vorerst nicht gegen die Fifa ermitteln. „Wir haben in unserer Exekutive über dieses Thema gesprochen, und unsere Ethik-Kommission hat uns empfohlen, die Entscheidung der neuen Ethik-Kommission der Fifa abzuwarten“, sagte Rogge.

Blatter hatte angegeben, erst mit oder Insolvenz von ISL im Jahr 2001 Kenntnis von den Schmiergeldzahlungen an Fifa-Ehrenpräsident Joao Havelange (96) und dessen Ex-Schwiegersohn Ricardo Teixeira (65) Kenntnis erlangt zu haben. Dieser Version widerspricht allerdings der ehemalige Fifa-Mediendirektor Markus Siegler („Blatter ist seit Jahren Teil des Problems“) vehement. Vor allem die Zahlung von einer Million Dollar von ISL an Havelange, die 1997 zunächst auf einem Fifa-Konto gelandet war und angeblich auf Anweisung Blatters auf das Konto von Havelange weitergeleitet wurde.

Siegler sagte im Aktuellen Sportstudio des ZDF: „Er wusste 100 Prozent von der Million, über die der englische Journalist Andrew Jennings berichtet hat. Ich habe ihn damals gefragt, wie man darauf reagieren solle. Er hat mir selbst gesagt, das sei sowieso alles falsch. Auf meine Nachfrage, was denn falsch sei, antwortet er: Das waren keine Schweizer Franken, das waren Dollar!“

Aufgrund der jüngsten Schmiergeldaffäre beim Weltverband plädiert nun auch Club-Chef Hans-Joachim Watzke vom deutschen Fußball-Meister Borussia Dortmund für einen schnellstmöglichen Rückzug von Blatter.

„Ich schließe mich den Rücktrittsforderungen von Reinhard Rauball an“, sagte Watzke im Interview mit dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Liga-Präsident Rauball hatte Blatter schon vor anderthalb Wochen in einem Telefonat zur Demission aufgefordert.

Nach Ansicht von Watzke halten die Mitglieder des Exekutivkomitees an Blatter nur aus einem Grund fest: „Sie dürfen nicht vergessen, was Blatter wirtschaftlich aus der Fifa alles herausgeholt hat. Das vergessen die Leute nicht.“ Vor elf Jahren war der Weltverband fast Pleite – 2012 verfügt die Fifa über ein Barvermögen von mehr als einer Milliarde Euro.

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