Osnabrück Als die Fans in die Osnabrücker Altstadt zogen, machte sich der Trainer der Pokalhelden bereits Gedanken über den Alltag. „Wir müssen die Leidenschaft mit in die Liga nehmen“, forderte VfL-Coach Joe Enochs nach dem überraschenden 3:1-Sieg im DFB-Pokal am Sonntag gegen den zwei Klassen höher spielenden Fußball-Bundesligisten Hamburger SV.

Die leidgeprüften Anhänger des Drittligisten genossen hingegen mehr den Moment. Grund zur Freude gab es für die Fans in Osnabrück zuletzt selten. Auch der Saisonstart misslang mit gerade einmal zwei Punkten aus vier Spielen. Der Pokal war beim VfL schon häufiger für die schönsten und emotionalsten Momente zuständig. Bereits vor acht Jahren siegten die Niedersachsen gegen die Hamburger in der 2. Runde, damals im Elfmeterschießen. Anschließend erreichte der VfL nach einem 3:2 über die ebenfalls zwei Klassen höher spielende Borussia aus Dortmund sogar das Viertelfinale.

Zumindest kurzzeitig genoss auch der Trainer die erneute Pokal-Überraschung gegen den HSV. „Das ist ein großer Traum“, sagte Enochs. „Unsere Aktionen nach vorne waren zielstrebig und mit viel Engagement, dafür haben wir uns belohnt.“ Es war schon erstaunlich, wie gekonnt der VfL die Treffer von Halil Savran, Marc Heider und Ahmet Arslan herausspielte.

Getragen von der Atmosphäre im engen Stadion an der Bremer Brücke bezwangen die Osnabrücker den Favoriten trotz 70 Minuten in Unterzahl. „Die Zuschauer haben uns unglaublich gepusht“, schwärmte Nazim Sangaré, der zwei Tore vorbereitet hatte. „Wir waren zwar mit einem Mann weniger auf dem Platz, gefühlt hatten wir aber zwei mehr.“

Auch der Außenverteidiger blickte schon weiter. „Wenn wir diese Aggressivität und Leidenschaft in jedes Spiel mitnehmen, dann wird es schwer, gegen uns Tore zu schießen.“ Am Samstag wartet der Drittliga-Alltag mit einem Spiel in Chemnitz.

Einen Tag nach der Auswärtspartie werden die meisten Osnabrücker vor dem Fernseher sitzen und die Auslosung der nächsten Pokalrunde in der „Sportschau“ verfolgen. „Die Frage nach dem Wunschgegner will ich gar nicht beantworten“, sagte Christian Groß. Der VfL-Mittelfeldspieler will „einfach wieder ein geiles Spiel zu Hause“.

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