Vfb Trifft Auf Vfl Oldenburg
Die speziellen Geschichten des Stadtderbys

Erinnern Sie sich noch, als Peter Gagelmann vor mehr als 7000 Zuschauern anpfiff? Oder der VfL trotz zwei Mann in Überzahl nicht gewinnen konnte? Treffen die Lokalrivalen aufeinander, endet das Derby oft dramatisch. Eine Chronologie.

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2005 blicken sich die Trainer Gerold Steindor (VfL) und Joe Zinnbauer (VfB) auf einem Werbeplakat ernst in die Augen.Bild:
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Rekordkulisse: 7213 Zuschauer sehen 2006, wie der VfLer Christian Claaßen (rechts) gegen den VfBer Alexander Eckel ins Dribbling geht.Bild:
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Oldenburg Es ist das Duell der besten Fußballteams Oldenburgs: An diesem Sonntag (15 Uhr, Hans-Prull-Stadion) stehen sich der VfL und VfB seit der Jahrtausendwende zum elften Mal in einer Ligapartie gegenüber. Das letzte Pflichtspiel war am 12. August 2015, der VfB gewann im Landespokal beim damals klassentieferen VfL mit 3:0. Die NWZ blickt auf die Liga-Duelle zurück – und sieht fünf VfB-Siege, fünf Remis sowie ein Rekordspiel während einer Aufstiegsrelegation.

5.12.2004: VfB - VfL 1:1
Nach jahrzehntelanger Pause gibt es wieder ein Stadtderby – Niedersachsenliga West, 5. Liga. „VfL der Gewinner beim Remis“ titelt die NWZ nach dem 1:1, bei dem VfLer Darius Mandok vor 1820 Zuschauern nach 30 Minuten die Rote Karte sieht. Thomas Goch hatte die Gäste in Führung gebracht (15. Minute), Jan Majewski ausgeglichen (30.). „Ich habe es genossen, das erste Mal seit 20 Jahren ein Spiel des VfB zu sehen, ohne Eintritt zu zahlen“, witzelt VfL-Trainer Gerold Steindor.

20.2.2005: VfL - VfB 0:1
Das Derbyfieber steigt – denn nach dem 1:0 des VfB durch einen Treffer von Joe N’Tzika (29.) fliegen erste Giftpfeile. „Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Es wird nächste Saison ein Derby geben, weil wir nicht absteigen und der VfB nicht aufsteigt“, sagt Steindor – und bekommt den Konter von VfB-Coach Uwe Cording: „Wir haben verdient gewonnen. Außerdem glaube ich nicht, dass es ein weiteres Derby geben wird. Wenn der VfL nicht in der Lage ist, den Ball im Tor unterzubringen, steigt er ab.“ Beide bleiben in der Niedersachsenliga.

12.8.2005: VfL - VfB 1:1
Eröffnungsspiel der Niedersachsenliga an einem Freitagabend: Steindor sowie der neue und damals noch unbekannte VfB-Trainer Joe Zinnbauer prangen mit ernsten Blicken auf Werbeplakaten in der Stadt. 2450 Fans sehen an der Alexanderstraße die VfB-Führung durch Marcel Salomo (48.), die der kurz zuvor eingewechselte Michael Vögel egalisiert (84.). „Für mich waren das ganz klar zwei verlorene Punkte“, sagt Zinnbauer.

19.5.2006: VfB - VfL 2:2
Dramatik am Marschweg: Drei Spieltage vor Saisonende rettet Paolo Rizzo Spitzenreiter VfB in der 91. Minute einen Punkt. Sebastian Ferrulli (35.) und Ansgar Schnabel (72.) hatten den VfL zweimal in Führung gebracht, Mehmet Koc ausgeglichen (56.). Nach dem Rizzo-Tor sehen Alexander Eckel (VfB, Nachtreten) und Manuel Schicke (VfL, Rudelbildung) beide Rot. „Ein sensationelles Spiel. Jetzt kommt es zum Endspiel in Ramlingen“, sagt Zinnbauer. Dieses verliert sein Team 0:1 und verpasst den Aufstieg.

27.8.2006: VfB - VfL 0:0
3850 Fans sind enttäuscht. Beide Teams wollen um den Titel mitspielen und haben zu viel Respekt. Es ist das vierte Remis der vergangenen fünf Stadtderbys. „Für die Fans war es langweilig“, sagt Christian Thölking (VfB).

25.2.2007: Vfl - VfB 1:2
Drama in der Endphase: Der Tabellendritte VfL gleicht durch Andreas Bitter aus (87.) – doch Spitzenreiter VfB kontert mit dem Siegtor von Mehmet Koc (92.). „Mit diesen Fans steigen wir auf“, sagt Koc – und behält recht. Der VfB geht in die Oberliga hoch.

4.6.2008: VfB - VfL 1:1
Die Stadtrivalen treffen in der Relegationsrunde zur neu eingeführten Regionalliga Nord aufeinander, nachdem der VfL Meister der Niedersachsenliga und der VfB Siebter der Oberliga geworden war. Nur das erste von fünf Teams geht hoch – so sehen 7213 Zuschauer (Derby-Rekordkulisse) sowie Schiedsrichter Peter Gagelmann eine harte Partie mit Rudelbildungen. Cüneyt Özkan (16.) bringt den VfL in Führung, Stanley Tailor gleicht aus (61.). „Das ist enttäuschend, da wir uns mehr erhofft hatten“, sagt Zinnbauer. Beiden reicht der Punkt letztlich nicht, da der FC Oberneuland die Aufstiegsrunde souverän vor dem VfL und VfB gewinnt.

7.9.2008: VfL - VfB 0:2
Auch mit zwei Mann in Überzahl kann der VfL nicht gewinnen. Jonas Wangler (20.) und Eckel (89.) treffen zum VfB-Sieg in der neuen Oberliga Niedersachsen West.

22.2.2009: VfB - VfL 1:1
6331 Fans sehen, wie Sebastian Ghasemi-Nobakht den Spitzenreiter VfB in Führung bringt (22.). Der VfB ist überlegen, aber Özkan trifft zum Remis (83.). „Es ist nicht zu fassen. Wir vergeben mit extremer Arroganz unsere Chancen“, sagt Andreas Mayer. Der VfB wird dennoch Meister, steigt aber nicht auf, weil er in den Relegationsspielen gegen den Goslarer SC scheitert.

29.11.2009: VfL - VfB 1:4
Der aufgrund finanzieller Schwierigkeiten neu formierte VfL hat keine Chance, weil Sebastian Schlumberger früh Rot wegen einer Notbremse sieht und Waldemar Kowalczyk den fälligen Elfmeter zum 1:0 verwandelt (16.). Vor 1756 Fans spielt der VfB die Überzahl souverän aus.

29.5.2010: VfB - VfL 2:0
Diesmal fliegen die Giftpfeile schon vor Anpfiff. Der VfB muss am letzten Spieltag gegen den als Absteiger feststehenden VfL drei Punkte und elf Tore auf Spitzenreiter Havelse aufholen, hofft deswegen auf einen hohen Sieg. „Ich finde es respektlos, wenn immer nur von einem VfB-Sieg mit acht, neun oder zehn Toren gesprochen wird“, bringt das VfL-Trainer Detlef Blancke (aktueller Sportleiter) auf die Palme. Der motivierte VfL verteidigt bis zur Pause ein 0:0, am Ende siegt der VfB nur 2:0 – zu wenig für den Aufstieg und Trainer Zinnbauer, der einen Tag später beurlaubt wird.

Die Wege des VfL und VfB trennen sich fortan – bis zu diesem Sonntag, 15 Uhr.

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