Oldenburg Im Duell Klein gegen Groß zeigte VfB-Fußballer Ahmet Saglam am Sonntag erst Nerven aus Stahl – um dann doch noch eine böse Schlappe einzustecken. Diese kassierte der Führungsspieler der Oldenburger allerdings nicht im Regionalliga-Duell mit der scheinbar übermächtigen U 23 des VfL Wolfsburg. Nein: Nachdem er in der 90. Minute einen Strafstoß zum 1:1-Endstand verwandelt und damit die nur 897 Zuschauer im Marschwegstadion verzückt hatte, tollte Saglam ausgelassen mit seinem kleinen Sohn auf dem Feld – und diesen Zweikampf entschied der Filius per Beinschuss klar für sich.

Hitzige Atmosphäre

„Ich habe die Erfahrung, in solchen Situationen die Ruhe zu behalten“, erklärte Saglam und meinte damit natürlich nicht das Familienduell, sondern die hitzige Atmosphäre am Ende, in der er den Foulelfmeter sicher verwandelt hatte: „Der Punkt ist ganz wichtig. Wir nehmen im Kampf um den Klassenerhalt jeden gern mit.“

Der Aufstiegsanwärter aus Wolfsburg hatte zunächst mehr vom Spiel gehabt und sich die Führung durch ein Tor von Blaz Kramer verdient. Der Stürmer stand in der 17. Minute bei einer Standardsituation blank im Strafraum und durfte zum 1:0 einköpfen.

Viele Pässe ins Nichts

Während die Gäste in Halbzeit eins weitere Möglichkeiten durch Omar Marmoush (7. Minute) und Nicolas Abdat (10.) vergaben, zeigte der VfB viele Pässe ins Nichts, hatte aber auch Chancen durch Daniel Franziskus (14., 22.) sowie Kifuta Kiala Makangu. Der Torjäger setzte den Ball nach einer Hereingabe von Leon Lingerski knapp neben das Tor. „Das war ein schweres Spiel, weil Wolfsburg ein großartiges Team hat“, sagte Kifuta, der stark nach hinten arbeitete und später vorn noch eine ganz wichtige Rolle spielen sollte.

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Nach mehr oder weniger harmlosen Versuchen von Lingerski (51., 58.) und Franziskus (52., 68.) wurde es in der Endphase hektisch. Schiedsrichter Fabian Porsch (Hamburg) zog sich mehrfach den Unmut der VfB-Fans zu, pfiff kurz vor Schluss aber in einer entscheidenden Szene zugunsten der Oldenburger. Nach einer Aktion von Keeper Niklas Klinger gegen Kifuta („Ich habe ihn im Rücken gespürt und konnte nicht mehr weiterlaufen.“) zeigte Porsch auf den Punkt – und Saglam ließ sich die Chance nicht entgehen.

Fans applaudieren

„Wir wurden am Ende bestraft“, meinte Gästetrainer Rüdiger Ziehl und nannte das Elfmeter-Urteil „ungünstig“. „In der Summe hätten wir auch mit der einen oder anderen Entscheidung hadern können – haben wir auch“, entgegnete VfB-Coach Stephan Ehlers und ergänzte: „Wenn die Fans applaudieren wie bei einem Sieg, muss der Punkt verdient sein.“

VfB: Klinkmann - Erdogan, Bastürk, Saglam - Richter, Siala, Celikyurt (83. Lück), Lingerski (63. Tönnies) - Franziskus (71. Magouhi) - Temin, Kifuta.

Wolfsburg: Klinger - Klamt (64. El Saleh), Sarr, Franke - May - Badu, Justvan (77. Neuwirt), Rexhbecaj, Abdat - Kramer (83. Vojic), Marmoush.

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Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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