Oldenburg Einerseits ist es eine komfortable, andererseits auch auch irgendwie eine vertrackte Situation, in der Dario Fossi in diesen Tagen steckt. Der Trainer, der erst im März sein Engagement beim damals noch um den Regionalliga-Klassenerhalt kämpfenden, aber jetzt wie erwartet wieder in die Oberliga abgestiegenen VfL Oldenburg um ein weiteres Jahr verlängert hat, bestätigte am Samstag im Gespräch mit der NWZ, dass ihm Vertragsangebote der bisherigen Ligarivalen VfB Oldenburg und SSV Jeddeloh vorliegen. Der Status des 38-Jährigen als aktuell begehrtester Fußball-Trainer in der Region wird damit untermauert - wo der A-Lizenzinhaber künftig an der Seitenlinie steht, ist aber noch offen.

„Ich habe mich noch nicht entschieden, bei welchem Verein ich in der kommenden Saison arbeite“, erklärte Fossi. „Die Situation bereitet mit ehrlich gesagt Kopfschmerzen, weil ich mich unter Zeitdruck für einen Verein und zugleich gegen zwei Vereine entscheiden muss“, sagt der A-Lizenz-Inhaber, der sich nun entscheiden muss, ob er seine Loyalität zum VfL erneut zementieren oder seinen Ambitionen auf ein weiteres Engagement in der Regionalliga nachgehen will.

In diese Zwickmühle ist Fossi geraten, weil sich vor einer Woche erst die Wege von SSV Jeddeloh und Alo Weusthof und am Dienstag von VfB Oldenburg und Marco Elia getrennt hatten. Die Nachbarn aus dem Ammerland (43 Punkte, 12. Platz) und der Stadt (45, 9.) hatten die Saison zwar besser als der vor einem Jahr sensationell unter der Regie von Fossi aufgestiegene VfL (25, 17.) abgeschlossen, aber waren auch mit ganz anderen Möglichkeiten wie Ambitionen in die Saison gegangen. Schon im Herbst hatten VfB (Stephan Ehlers im September) und SSV (Key Riebau im November) ihre Trainer ausgetauscht. Jetzt sind beide erneut auf der Suche.

„Die Entwicklungen in Jeddeloh und beim VfB haben mich überrascht“, sagt Fossi über das aktuelle Trainerbeben. „Die Entlassung von Marco Elia hatte ich wirklich nicht erwartet“, ergänzt der Familienvater, der ziemlich sicher schon in der Vergangenheit ganz oben auf dem Wunschzettel der Nachbarn stand. Im laufenden Spielbetrieb, wie es zum Beispiel bei der Freistellung von Dietmar Hirsch beim VfB im August 2017 oder bei der von Riebau im vergangenen November der Fall gewesen wäre, blockte Fossi wie seine aktuellen Vorgesetzten aber alle Begehrlichkeiten ab.

Jetzt sieht die Situation etwas anders aus, obwohl Fossi auch jetzt beim Club aus dem Hans-Prull-Stadion an der Alexanderstraße im Wort steht. „Ich habe schon früh beim VfL für die kommende Saison zugesagt. In dieser Woche habe ich dann die Angebote vom VfB und von Jeddeloh bekommen, darauf war ich nicht vorbereitet“, sagt der 38-Jährige und ergänzt. „Ich weiß, dass ich jetzt schnell eine Entscheidung treffen muss. Ich weiß aber auch, dass ich im Moment den VfL Oldenburg ins Chaos stürze, weil die Verantwortlichen auch nicht auf diese Situation vorbereitet sind.“ Die beiden Regionalligisten wollen nicht nur Fossi als Trainer verpflichten, sondern auch seinen bisher spielenden Co-Trainer Daniel Isailovic. Leicht würde die Suche nach einem neuen Trainergespann für VfL-Sportleiter Detlef Blancke in der kurzen Sommerpause auch nicht. Die Planungen für die neue Saison laufen allerorts natürlich schon seit längerer Zeit.

Jan-Karsten zur Brügge Redakteur / Sportredaktion
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